Full text : Die deutsche Ölmüllerei

52  II-  Die  Entstehung  und  Ausbildung  des  Fabrikbetriebes  bis  1870.

fahrung  in  mancher  Hinsicht  sehr  viel  zu  wünschen  übrig.  Was
speziell  die  Statistik  der  Ölmüllerei  angeht,  so  muß  man  als  den
Grundfehler  derselben  die  Unvollständigkeit  der  Aufnahmen  in
bezug  auf  den  Umfang  der  Erhebungen  ansehen.  Um  sich  ein
Bild  von  dem  Wachstum  der  Ölmüllerei  machen  zu  können,
müßten  sich  wenigstens  in  der  Statistik  Angaben  über  die  Zahl
der  Pressen  und  die  Art  der  Betriebskraft,  ob  Hand-  bzw.  Fußölstampfen, ­
  Roß-,  Wind-,  Wasser-  oder  Dampfölmühlen,  finden.
Auch  wären  Erhebungen  über  die  Zeitdauer,  während  welcher
in  den  Wasserölmühlen  volle,  halbe  oder  nicht  zureichende
Wasserkraft  zur  Verfügung  stand,  von  Wichtigkeit  gewesen,  da
es  ohne  derartige  Angaben  natürlich  unmöglich  ist,  auch  bei
sonst  einwandfreien  Aufnahmen  die  jährliche  Produktionsmenge
zu  berechnen.  Für  die  hier  zum  Vergleich  stehende  Zeitperiode
kommen  zu  den  Allgemeinmängeln  der  Statistik  aber  noch  zwei
besondere  Momente  hinzu,  welche  mich  veranlassen,  die  aus  den
statistischen  Aufnahmen  berechneten  Resultate  nur  als  relativ
richtig  hinzustellen.  Bei  dem  kurzen  Bestehen  des  statistischen
Bureaus  gingen  natürlich  die  Ansichten  über  das  Schema  der
Aufnahmen  auseinander,  und  man  findet  infolgedessen  in  diesen
ersten  Jahrzehnten  einen  mehrfachen  Wechsel  der  einzelnen
Rubriken.  So  werden  bei  den  Aufnahmen  der  ersten  drei  Jahre
die  Ölmühlen  getrennt  gezählt  nach  Hand-  und  Fußölstampfen,
Roß-,  Wind-  und  Wassermühlen,  während  vom  Jahre  1814  ab
nur  einfach  noch  die  Zahl  der  Ölmühlen  angegeben  wird,  ohne
daß  sich  irgendwo  eine  Erklärung  findet,  was  unter  diesen  Ölmühlen ­
  verstanden  ist,  ob  die  Ölschlägereien  (Hand-  bzw.  Fußölstampfen) ­
  mitgezählt  sind  oder  nicht.  Die  folgende  Zusammenstellung ­
  zeigt,  daß  sich  infolge  dieser  Änderung  für  einen  Vergleich ­
  Schwierigkeiten  ergeben,  hat  es  doch  den  Anschein,  daß
in  Preußen  und  Pommern  die  Ölschlägereien  1814  nicht  mit  zu
den  Ölmühlen  gezählt  worden  sind,  während  dies  in  Schlesien
und  Brandenburg  zum  Teil  der  Fall  gewesen  zu  sein  scheint.

1813

1814

Hand-  und

Roß-,  Wass.-Ölmühlen



Fußölstampfen

u.  Windöl-M.

überhaupt

Preußen  .  .

.  .  118

155

160

Pommern  .

.  .  71

69

71

Brandenburg

.  .  460

161

337

Schlesien  .

.  .  2179

137

394
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.