Full text : Die deutsche Ölmüllerei

2.  Die  Änderungen  in  der  Technik  der  Ölerzeugung.

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kann,  ist  es  auch  bei  den  Ölsaaten.  Bei  in  dieser  Richtung  angestellten

  Versuchen  ergab  sich  folgendes 24 ):
3250  kg  Rapssaat  gaben  in  erster  Pressung  bei
ca.  4700  kg  Druck  an  Öl  .  .  889,07  kg
Die  Kuchen  wieder  vermahlen  und  erwärmt
gaben  in  zweiter  Pressung  bei  ca.  14000  kg
Druck  an  Öl  weitere  275,73  275,73  „
Man  erhielt  demnach  insgesamt  an  Öl  .  .  .  .  1164,80  „
oder  35,846%.

Benutzte  man  bei  der  zweiten  Pressung  den  enormen  Druck
von  200000  kg,  so  erhielt  man  insgesamt  36,980  °/ 0  Ausbeute,
trotz  des  viel  höheren  Druckes  also  nur  etwa  1  %  mehr  Öi.
Wurden  dagegen  die  Kuchen,  aus  welchen  man  bei  zweimaligem
Auspressen  35,846%  Öl  gewonnen  hatte,  nochmals  zerkleinert,
erwärmt  und  dann,  und  zwar  unter  einem  Druck  von.  200000  kg,
ausgepreßt,  so  erhielt  man  noch  etwa  4,91  %  Öl.  Unter  Anwendung ­
  eines  Preßdruckes  von  200000  kg  erhielt  man  somit
bei  zweimaligem  Pressen  36,980%  Ausbeute,  bei  dreimaligem
dagegen  40,756%.  Aus  diesem  Resultat  geht  deutlich  hervor,
daß  man  auch  aus  unter  hohem  Druck  ausgepreßter  Saat  durch
eine  dritte  Pressung  mit  demselben  Druck  noch  eine  gewisse
Menge  Öl  ausziehen  kann.  Da  dieses  Öl  aber  schlechterer  Qualität ­
  ist,  und  die  Gewinnungskosten  genau  die  gleichen  wie  bei
der  ersten  und  zweiten  Pressung  sind,  stellt  sich  eine  dritte
Pressung  in  den  meisten  Fällen  als  unwirtschaftlich  heraus.
Als  man  auf  Grund  derartiger  Versuche  einzusehen  begann,
daß  die  hydraulische  Presse  für  die  Gewinnung  alles  in  den
ölhaltigen  Sämereien  und  Früchten  enthaltenen  Öles  nicht  ausreichend ­
  sei,  versuchte  man  dieses  Ziel  auf  andere  Weise  zu
erreichen.  Man  ging  dabei  von  dem  Gedanken  aus,  die  nach
dem  Auspressen  in  den  Kuchen  verbleibenden  Ölreste  wie  überhaupt ­
  alles  in  den  Samen  enthaltene  Öl  durch  Verdrängung  mittels
anderer  Flüssigkeiten  auszubringen,  wie  dies  bereits  die  alten
Römer  durch  Kochen  der  ölreichen  Stoffe  mit  Wasser  versucht
hatten.  Wasser 25  26 )  und  wässerige  Salzlösungen  eigneten  sich  zu
diesem  Zwecke  allerdings  sehr  wenig,  weil  das  Wasser,  da  mit
24 )  Barth,  „Die  Einrichtung  und  der  Betrieb  der  Ölmühlen“.
Weimar  1862.
26 )  Vgl.  Hefter,  1.  c.  Bd.  I  S.  345.
            
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