Full text : Die deutsche Ölmüllerei

2.  Die  Änderungen  in  der  Technik  der  Ölerzeugung.

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Zu  demselben  Resultate  gelangt  man  aber  auch  noch  auf
andere  Weise.  Meine  Ansicht,  daß  sich  die  gesamten  Produktionskosten ­
  durch  Einführung  der  modernen  Technik  vermindert
haben,  wird  nämlich  bestätigt,  sowohl  durch  einen  Vergleich
der  jeweiligen  prozentualen  Anteile  der  Rohmaterialkosten  an
dem  für  das  aus  ihnen  gewonnene  Öl  bezahlten  Preis,  als  auch
durch  einen  Vergleich  der  Veränderungen  im  Einkaufspreis  der
Rohmaterialien  und  im  Verkaufspreis  der  Öle.
I.
Der  prozentuale  Anteil  der  Rohmaterialkosten  an  dem  Erlöse ­
  des  aus  der  Saat  gewonnenen  Öles  betrug:
1729  87,5  °/ 0
um  1806  75—85  °/ # 18 )
„  1820  85,7°/ 0 19 )
1853—60  durchschn.  107°/ o 20 )
1861—65  „  109,6°/ o 20 )  und
1866—70  „  123  °/ 0  20 )
II.

Jahr

Der  Einkaufspreis
der  Rapssaat  betrug
pro  100  kg:
M.

Prozentuale
Zunahme
%

Der  Verkaufspreis
des  Rüböles  betrug
pro  100  kg:
M.

Prozentuale
Zunahme
°/o

1729

ca.  7,6

ca.  26,2

1806

bis  zu  13,5

77,6

bis  zu  48

83,2

1853

durchschn.  28,68

112,4

durchschn.  68,16

42

1863

„  31,20

9

„  85,14

24,9

Als  Resultat  ergibt  sich  somit  einerseits  eine  bedeutende
Steigerung  des  prozentualen  Anteils  der  Rohmaterialkosten  an
dem  Erlöse  des  aus  ihnen  gewonnenen  Öles 21 )  und  andererseits
zwischen  1806  und  1853  eine  bedeutende  Zunahme  der  Rohmaterialpreise, ­
  dagegen  nur  ein  relativ  geringes  Wachsen  der
Ölpreise.
18 )  Berechnet  nach  Angaben  von  Krünitz,  1.  c.
19 )  Berechnet  nach  Angaben  in  Matthiae,  1.  c.
20 )  Berechnet  nach  Angaben  in  „Hamburgs  Handel  und  Schiffahrt“.
21 )  Übersteigen  die  Rohmaterialpreise  den  Erlös  aus  dem  aus  ihnen
gewonnenen  öl  (wie  dies  seit  1853  der  Fall  ist),  so  muß  der  Ölmüller
seine  Betriebskosten  und  seinen  Unternehmergewinn  in  dem  Erlös  aus  den
Ölkuchen  finden.
            
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