Full text : Die Kontrolle der Rechnungslegung (in der Privatwirtschaft)

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von  Berufsrevisoren  an  den  Tag.  Einmal  schrieb  die  oben  genannte ­
  Companies  Act  von  1844  die  Überwachung  der  Gesellschaften ­
  durch  Auditors  vor,  zum  andern  brauchten  die  Gründer
dem  Publikum  gegenüber,  das  noch  immer  unter  dem  Eindruck
des  Südseeschwindels  stand,  Gewährsleute  für  ihre  Prospekte.
Hierzu  bemerkt  v.  Nördling  ff:
„In  jener  Zeitperiode  erwuchs  den  hervorragendsten  Zeitungen ­
  aus  der  Veröffentlichung  der  Prospekte  der  neuen  Gesellschaften ­
  eine  durchschnittliche  Einnahme  von  300000  Fr.  pro
Woche.  Die  am  27.  9.  1845  erschienene  Nummer  von  ,Herepath’s
Railway  Journal*  enthielt  60  Quartseiten  Annoncen  und  die
,Railway  Times*  sogar  88.  —  Ingenieure,  Advokaten  ff  und  Experten ­
  des  Parlaments  erfreuten  sich  in  gleicher  Weise  ungemessener
Einkünfte.  Am  17.  November  publizierte  die  „Times“  auf  fünf
mit  feinster  Schrift  bedruckten  Seiten  einen  offiziellen  Ausweis
über  alle  bis  zum  21.  Oktober  desselben  Jahres  handelsgerichtlich
protokollierten  Gesellschaften**.
Die  bestehenden  Berufsrevisoren  konnten  natürlich,  wenngleich
sie  ihre  Arbeit  mit  Rücksicht  auf  die  Gelegenheit  zur  „reichen
Ernte*'  auch  nicht  allzu  ernst  nahmen,  die  Nachfrage  nur  durch
Heranziehung  von  Hilfspersonal  decken.  Auch  ergreifen  jetzt  diesen
Berus  eine  große  Anzahl  von  „Leuten  mit  weitgehendster  Geschäftserfahrung ­
  und  Zuverlässigkeit**?)
Eine  Erstarkung  erfährt  der  Bücherrevisorenstand  dadurch,
daß  die  Bankruptcy  Act  von  1869  auch  den  Accountant  als
Konkursverwalter  zuläßt.
Dieser  ungewöhnliche  Aufschwung  im  Bücherrevisorengewerbe
konnte  es  nicht  verhindern,  daß  unter  dem  Schilde  der  Accountants
sich  auch  das  Pfuschertum  ausbreitete,  und  ihm  suchte  man  nun
zu  begegnen  auf  dem  Wege  der  Selbsthilfe,  der  Organisation.  Den
Anfang  dazu  machte  Schottland.
Als  erste  derartige  Gründung  tritt  uns  die  1854  durch  Royal
Charter  ins  Leben  gerufene  „Society  of  Accountants  in  Edinburgh“
entgegen;  1855  entsteht  in  Glasgow  eine  Gesellschaft  unter  dem
Namen  „The  Institute  ok  Accountants  and  Actuaries*'  und  1867
in  Aberdeen  „The  Society  ok  Accountants**.
Diese  Gesellschaften  ff  besitzen  seit  1892  einen  gemeinsamen
Prüfungsausschuß.  Verhältnismäßig  spät  organisieren  sich  die

ff  W.  v.  Nördlirig  a.  a.  O.  S.  11.
ff  Hierunter  sind  gewiß  auch  die  „auditors“  zu  verstehen,
ff  vgl.  L.  Dicksee  in  seinem  Aufsatz:  Accountants  usw.,  in  Sterns  Buchhaltungslexikon ­
  1913.
ff  Dicksee  gibt  an  gleicher  Stelle  die  Zahl  der  Chartere:!  Accountants  in
Schottland  am  31.12.  1910  mit  100  an.
            
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