Full text: Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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Schrottmassen Platz zu gewinnen, strebt man dahin die 
Geleise hoch zu legen und mit Hilfe von modernen Hebe 
zeugen und Magnetkranen möglichst direkte Verladungen 
vom Waggon in die Schrottmulden zu gestatten, da na 
türlich das doppelte Umladen des eingehenden Schrottes 
hohe Kosten verursacht. 
Am meisten Sorge und Arbeit bereiten den Betriebs 
leitern die großen Massen von Sammelschrott, Schmelz 
eisen und Spänen usw, die in einer solchen Form ange 
liefert werden, daß selbst beim maschinellen Chargieren 
und bei sorgfältiger Einladung in die Chargiermulden hohe 
Transportkosten entstehen. Chargiermulden, deren Inhalt 
bei Kernschrott 2000—3000 kg beträgt, fassen von diesem 
leichten und sperrigen Schrott oft nur wenige hundert 
Kilogramm. Darunter leidet wieder die Chargierdauer, 
der Ofen wird unnötig abgekühlt, der Abbrand steigt 
durch das lose im Ofen liegende lockere Material usw.: 
hoher Kohlenverbrauch und geringe Erzeugung sind die 
Folgen. Man ist daher schon dazu übergegangen, solchen 
Schrott von Hand zusammenzustampfen oder wenigstens 
mit Draht zu bündeln. Die Kosten für die Tonne solcher 
Art von Hand gebündelten Schrotts einschließlich Draht 
verbrauch stellen sich auf etwa 3—4 Mark. Aber bald 
genügten auch diese Art Pakete nicht mehr den gesteiger 
ten Anforderungen des Ofenbetriebes und man ging zur 
Einführung von hydraulisch betriebenen Pressen über. Die 
Leistung einer solchen Pressanlage konnte aber nicht sehr 
groß sein, und die Kosten der Paketierung wurden we 
sentlich teurer als bei Handpaketierung. Sie stellten sich 
einschließlich Verzinsung, Amortisation, Drahtverbrauch und 
Kohlenverbrauch bezw. Dampfverbrauch für die Akkumu 
latorenpumpen auf 8 Mark für die Tonne gebündelter 
Pakete, 
Neuerdings scheinen nun die auf den Markt kom-
	        
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