Full text: Geburtenrückgang u. Sozialreform

D. Bekämpfung des SGeburtenrüdganges 98 
und es würde eine Ungerechtigkeit und Härte fein, fie (durch Einführung des 
Werkitattzwanges) zu verbieten. Underjeitz führt diefer Umftand zu 
einem Überangebot der Kräfte und damit zu [yjtematifcher Lohndrücerei 
und Ausbeutung bezüglich Arbeitszeit, Kinderarbeit ufw. Die wicghtigite 
Horberung ift Fefijebung von Minimallöhnen. Leider hat hier die 
KRegierung dem Drängen der Reichstagsmehrheit prinzipiellen Widerfpruch 
entgegengefiellt. Selbjt die Bildung von LohHnausfhüjfen, wie 
He im SHausarbeitägefeg von 1912 vorgefehen find, Yt kaum eingeleitet. 
Cbhenfo i{t von den Kbrigen Bollmachten des Gefeges betreffend Begrenzung 
ver Arbeitszeit Jowie Verbot der Nacht- und Sonntagsarbeit für Jugend- 
lie und weiblide Hausarbeiter, Lohnaushänge, Lohnzahlungsbücher, 
iftenführung, Ausgabe der Arbeit ujmw. noch fajt fein Gebrauch gemacht. 
Die Schwierigkeit der Regelung kann von der ernften Pflicht der Inan- 
arifjnahme nicht entbinden. Weil der zwedmäßige Ausgleich zwilden den 
;sorderungen der GefundhHeit und des Yamilienlebens und des notwendigen 
Verdienftes hier befonders {AHwierig it, bedarf es um fo mehr der Aı- 
xellung weiblidHer GemerhbeauffidhHtsbeamten, die fid 
zugleich der Mithilfe von ShHugausjhüffen verfidhern Jollten. 
Diele Ausfhüffe werden durch Nat und Tat die Härten, die die ftrenge Durch- 
Hihrung der gejegliden Beitimmungen mit fich bringt, zu mildern fuchen, 
3. B. durch BelhHaffung anderer Arbeit, durch Zufhüfle von der Gemeinde 
und gemeinnügigen Vereinen, durch Unterbringung der Kinder in Dienft- 
itellungen. Bor allem gilt es, die gewerkfdhaftlide Oraganifation der Hein 
arbeiterinnen zu fördern und zu ftärken. 
XI. Sefjere Häusliche Ausbildung der weiblidhen Jugend 
Dem Mann obliegt in erfter Linie die Herfiellung der Güter, der Frau 
die Verwendung. Den Mann drängt e8 hinaus ins IAhaffende Erwerbs- 
(chen, die Frau waltet im Heim, verforgt Küche und Keller und Kleider: 
jdrank, wandelt den Verdienft des Mannes in Gebrauchs» und Genuß: 
güter um, Der Mann greift zum Schwert, um dem feindlidhen Einbruch 
zu wehren; die Frau pflegt Haus und Herd, fie [MHenkt und erzieht uns die 
Kinder als Wehr der Zukunft. Das ijt die Arbeitsteilung, wie fie in der 
Anlage und Natur der Gefchlecdhter vom Schöpfer begründet ft. Der Krieg 
hat fie ung wieder ernft in Erinnerung gebracht. Wir bewundern den. Helden» 
nt und die Großtaten unjerer Männer, aber nicht minder gilt unfere dank- 
hare Anerfennung und Bewunderung unjern Frauen, die in dem feindlichen 
Aushungerungsfrieg tapfer aushalten und auch mit be[Heidenern Mitteht 
das häusliche Leben zu pflegen und den Mut und die innere SGejdhloffen» 
heit unjeres Volkes Hinter der Front aufrechtzuhalten wiffen. Wir Haben 
wieder und wieder die Milliarden, die der mörderijhe VBölkerkrieg ver- 
ichlinat, in unerfönflicher Kraft und Obpferfreudiakeit aufgebracht, aber
	        
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