224 Die Gründung der Liga gegen Imperialismus und für nationale Unabhängigkeit,
Entwicklung der menschlichen Wirtschaft und die daraus resultierenden
Folgen für die Arbeiter erkannten, so glauben wir heute, die Umrisse der
Entwicklung für die nächsten Jahrzehnte zu erkennen, die nach unserer Mei-
nung die Befreiung der kolonialen und halbkolonialen Länder, die Entschei-
dung bringen werden. Wir wollen versuchen, durch Organisierung des
menschlichen Willens die Entwicklung zu beschleunigen und die Freiheit für
die Völker rascher herbeizuführen. Der Brüsseler Kongreß war die Ein-
leitung der ersten Aufgabe zu diesem Kampf. Wir sind zusammengekom-
men, haben uns kennengelernt und empfinden, daß wir zusammengehören
und zusammenbleiben müssen. Jetzt geht es an die Arbeit. Erst nach dem
Kongreß, an der weiteren Entwicklung wird die Welt sehen, was diese Kon-
ferenz und das Zusammenballen so wichtiger, starker Organisationen für die
weitere Entwicklung der Arbeiter- und F reiheitsbewegung bedeutet. Wir
wissen sehr wohl, daß eine Konferenz nur eine beschränkte Wirkungsmög-
lichkeit hat und daß die eigentliche Arbeit erst draußen auf den wirklichen
Kampfplätzen geführt werden muß, und wir werden diesen Kampf führen
mit dem Stoizismus und der Beharrlichkeit, der die chinesische Rasse aus-
zeichnet, mit der Leidenschaft, mit der der Vertreter der afrikanischen
Neger hier gesprochen hat, und mit dem Wirklichkeitssinn und der Zähigkeit
der Engländer. Wir werden versuchen, in unserer Arbeit alle Vorteile und
motorischen Kräfte der verschiedensten Rassen und Völker und Menschen zu
vereinigen. Wir wollen versuchen, die Keimzelle zu einer großen, allum-
fassenden Gemeinschaft aller Unterdrückten, aller Unterjochten zu bilden,
sie herauszuführen aus den dunklen Tiefen, in die sie hinuntergestoßen
wurden, und in denen sie von dem waffenstarrenden, die Kultur hindernden
Imperialismus gehalten werden, und sie zu dem Lichte der Freiheit empor-
zuführen. Wir werden mit unserem Leben und mit unserem Tode die Gleich-
berechtigung aller Völker, aller Nationen und aller Menschen erkämpfen.
Der Vertreter des Südafrikanischen Gewerkschaftskongresses,
Daniel Colraine
unterstützt den Vorschlag mit folgenden Worten:
[* pflichte der Rede des Genossen Münzenberg bei und erkläre hiermit,
daß ich mit seinem Organisationsplan vollkommen einverstanden bin. In
Südafrika, das eine gemischte Bevölkerung hat, nämlich 6 Millionen Schwarze
und 1!/, Millionen Weiße, besteht eine sehr starke Entfremdung zwischen
den beiden Rassen. Die kapitalistische Presse hetzt die beiden Rassen noch