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*) 0. E. I, 432 ff.
gestanden hatte. Es galt die Lücken der Monographien auszufüllen,
die alten Beobachtungen nachzuprüfen und neue zu sammeln. Wieder
war Le Play sechs Sommer auf Reisen, während er die Winterzeit
zur Abfassung der Monographien benutzte. Im Jahre 1854 war das
Manuskript der „Ouvriers europeens“ fertig. Er hatte von 300
beobachteten Familien 36 genauer bearbeitet, „die allenfalls genügten,
um die Grundsätze der sozialen Reform unseres Landes darzulegen“.
Jede Monographie zeigte die „Induktionen“, die aus ihr gewonnen
waren. Ein zusammenfassendes Schlußkapitel behandelte „die
Sitten und Einrichtungen, die auf Grund der Erfahrung und nach
einstimmiger Ansicht der sozialen Autoritäten Europas für die
Existenz jeder glücklichen Gesellschaft unentbehrlich sind“ 1 ).
Aber gerade dieses Schlußkapitel, welches die Folgerungen ent
hielt, ließ Le Play in der 1. Auflage der „Ouvriers europeens“ fort,
weil inzwischen sich die politischen Verhältnisse wieder derart ge
ändert hatten (Staatsstreich von 1851), daß jene Schlußfolgerungen
den momentanen Gesamteindruck des Werkes gefährdet haben würden.
Der Text der 1. Auflage beschränkte sich daher auf dasjenige, was
unbedingt notwendig war zum Verständnis der Monographien. Erst
in der 2. Auflage hat Le Play die Schlußfolgerungen hinzugefügt
(vol. I ch. XVI u. XVII): die Darstellung der wesentlichen Bestand
teile eines glücklichen sozialen Zustandes. Hierdurch macht die
erste Auflage einen weit unbefangeneren Eindruck als die zweite.
So ist es gekommen, daß die erste Auflage der „Ouvriers
europeens“ das einzige der Werke Le Play’s geblieben ist, in dem
die Politik, die Sozialreform nicht als Zweck seiner Studien offen
zutage tritt. Aber unter der Oberfläche war sie auch dort vor
handen.
Man sieht: Le Play bemühte sich unendlich, aus seinen Beob
achtungen die wesentlichen Grundlagen des Völkerglücks und aus
ihnen die Grundsätze sozialer Reform abzuleiten. Aber diese „In
duktionen“ waren etwas völlig anderes wie dasjenige, was er ur
sprünglich angestrebt hatte.
Er hatte nach vorurteilsloser, nach zwingender, nach natur
wissenschaftlicher Erkenntnis gestrebt. Aber seine tatsächliche
Fragestellung machte es ihm schon unmöglich, dieses Ziel zu er
reichen; denn ersuchte die wesentlichen Elemente des Völkerglücks,