Full text : Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Die  Wirklingen  des  wirtschaftlichen  Vorwärtsstrebens,  der  aufopfernden ­
  Kraftanspannung  im  Dienste  der  eigenen  Familie,  die
Wirkungen  dieses  Prinzips,  das  in  der  Neuzeit  das  vorherrschende
geworden  ist,  wären  mit  Hilfe  der  Methode  Le  Play’s  hei  dessen
weiterem  Ausbau  wohl  zu  messen  gewesen.  Aber  sie  paßten  nicht
in  sein  Schema  der  wesentlichen  Elemente  sozialer  Glückseligkeit
und  blieben  deshalb  unverwertet.  So  ist  die  Methode  Le  Play’s
über  die  Anfänge  nicht  hinausgelangt.
3.  Die  Monographie.  Der  Kähmen  der  Familie  reicht  nicht
ans.  In  der  Kritik,  die  Paul  de  Rousiers  in  dem  schon  erwähnten ­
  Artikel  „L’ecole  de  la  Science  sociale“  an  der  Methode  Le
Play’s  übt,  betrachtet  er  die  Tatsache,  daß  zwischen  den  Monographien ­
  Le  Play’s  und  denen  seiner  Schüler  sehr  weitgehende
Unterschiede  bestehen,  als  einen  Beweis  für  die  allzu  rohe  Schematisierung ­
  der  Monographie  seines  Meisters.  Während  bei  Le  Play
das  Allgemeine  und  Wesentliche  immer  gut  herausgearbeitet  ist,  geben
die  Schüler  in  denselben  Paragraphen  oft  „kindliche  Beobachtungen“
wieder  oder  solche  von  speziellem  Interesse.  Aus  dieser  Ungleichheit ­
  entnimmt  de  Rousiers,  daß  das  Schema  der  Monographie  viel
zu  weit  ist  und  dem  Beobachter  nicht  die  nötigen  Hilfen  gibt.  In
Wahrheit  liegt  der  Fehler  noch  tiefer:  es  fehlt  eine  strenge  Methode ­
  der  Analyse  wie  der  Synthese.  Le  Play  hat  diesen  Fehler
nie  erkannt,  sondern  immer  geglaubt,  daß  der  gute  Wille  des  Beobachters ­
  und  die  im  Schema  liegenden  Anweisungen  zur  Abfassung
einer  guten  Monographie  durchaus  genügen.
Vor  allem  richtet  sich  die  Kritik  de  Rousiers  gegen  den  Teil
der  Monographie,  der  unter  dem  Titel  „Verschiedene  Elemente  der
sozialen  Verfassung“  die  außerhalb  der  Familie  liegenden,  von  der
Familie  zur  Gesellschaft  hinführenden  wesentlichen  Bestandteile  der
Gesellschaftsverfassung  enthalten  soll.  In  dieser  unsystematischen
Betrachtungsweise,  die  auch  in  der  Verschiedenheit  der  Überschriften
in  den  einzelnen  Monographien  ihren  Ausdruck  findet,  erblickt  de
Rousiers  ein  Eingeständnis  der  Schwäche,  des  Nichtkönnens.
In  der  Tat  liegt  hier  eine  große  Schwäche  der  Monographie
vor  und  damit  der  ganzen  Arbeit  Le  Play’s.  Er  selbst  war  wohl
imstande,  auf  Grund  seiner  Erfahrungen  und  Beobachtungsgaben  die
wesentlichen  Punkte  richtig  zu  erfassen  und  hervorzuheben.  Solange ­
  er  lebte,  hat  er  an  allen  Monographien,  die  seine  Schüler
fertigstellten,  mitgearbeitet  oder  sie  nachgeprüft.  Er  hätte  also  auffällige ­
  Lücken,  die  sich  in  diesem  Teile  zeigten,  entdecken  und  ev.
            
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