Full text: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

26 Grundbegriffe der Wirtschaft. 
für die erlöste Summe beschaffen kann. Nehmen wir nun den 
Fall der freien R o n k u r r e n z .an, d. h. also, daß die 
vorhandenen Güter nicht etwa Monoxolbesitz einer Gruppe sind, 
oder daß die Käufer sich monopolistisch zusammenschließen, sowie 
daß auch kein äußerer gewaltsamer Eingriff in die Preisbildung 
erfolgt, so können wir die Beziehungen vonNachfrage 
und An ge bot, wie wir sie eben charakterisiert haben, zunächst 
in einem Schema zum Ausdruck bringen. Dabei sind drei 
Möglichkeiten gegeben, daß nämlich entweder nur Nachfrage oder 
nur Angebot oder endlich beide Teile veränderlich sind, wir 
erhalten nunmehr folgende Möglichkeiten: 
a) veränderliche Nachfrage gegenüber gleichbleibendem An 
gebot: 
bei steigender Nachfrage steigt' der Preis, 
bei sinkender Nachfrage sinkt der preis. 
b) Gleichbleibende Nachfrage gegenüber veränderlichem An 
gebot: 
bei steigendem Angebot sinkt der preis, 
bei sinkendem Angebot steigt der Preis. 
c) veränderliche Nachfrage gegenüber veränderlichem An 
gebot: 
Nachfrage steigt, Preis steigt, Angebot steigt, 
Nachfrage sinkt, Preis sinkt, Angebot sinkt, 
Angebot steigt, preis sinkt, Nachfrage steigt, 
Angebot sinkt, preis steigt, Nackfrage sinkt. 
Nachfrage und Angebot verhalten stet} also durch Vermittlung 
des Preises wie Wasser in zwei kommunizierenden Röhren; sie' 
haben immer die Tendenz, sich auszugleichen. 
Dies mechanistische Sche>na ist für den Anblick recht trocken; 
und doch enthält es das Grundphänomen der Volkswirtschaft 
überhaupt. Lebendiger wird es sogleich, wenn man die Frage 
stellt, ob nicht diese rein ökonomischen Tendenzen A b - 
weich ungen durch die außerwirtschaftlichen 
Kräfte erfahren, von deren Bedeutung für das Wirtschafts 
leben wir gesprochen haben. Das ist in der Tat in umfang 
reichem Maße der Fall, und zwar sind es Einflüsse tech 
nischer und psychologischer Art, die zu starken Ab 
wandlungen führen. Line erste Grupne solcher Einflüsse setzt 
der Veränderlichkeit von Angebot und Nachfrage Grenzen, wir 
habm gesehen, daß steigender Preis das Angebot steigert. Dies
	        
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