Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Die  Arbeit.

rische  und  wissenschaftliche  Veranlagungen,  die  den  Kampf  um
ihr  Dasein  Bis  zum  Sieg  oder  zum  völligen  Erliegen  führen.  In
der  Sphäre  der  rein  ökonomischen  Arbeit,  in  welche  die  überwältigende ­
  Masse  des  Volkes  gebannt  ist,  sind  freilich  andere  Entscheidungen ­
  für  Len  Platz  maßgebend,  an  den  der  einzelne  gestellt ­
  wird.
Wir  können,  wenn  wir  von  der  rein  geistigen  Arbeit  absehen,
jene  natürlichen  Ursachen,  Geschlecht,  Begabung,  Rasse  und  die
konventionelle  Festhaltung  ihrer  Wirkungen  durch  gesellschaftliche
Vorschriften  und  Vorurteile  als  entscheidend  für  die  Berufsverteilung ­
  im  großen  ansehen.  Ihnen  zur  Seite  tritt  mit  einem
Zwange,  der  noch  unerbittlicher  ist,  der  moderne  Produktionsmechanismus, ­
  dessen  Augenmerk  nicht  sowohl  der
Mensch  ist,  sondern  das  Produkt.  Der  wirtschaft  kommt  es  nicht
darauf  an,  daß  der  einzelne  einen  Beruf  hat,  der  ihn  befriedigt,
weil  er  seinen  Fähigkeiten  und  Neigungen  entspricht;  für  sie  ist
der  Mensch  ein  Werkzeug,  ein  Rad,  das  in  die  Maschine  eingesetzt
unabänderlich  seinen  vorgeschriebenen  Lauf  geht.  Es  hat  ein
junger  Mann  dazu  Lust,  Kaufmann  zu  werden;  soweit  hat  er  die
Wahl.  Aber  ob  er  dann  Expedient  in  einer  Strumpfhandlung
en  gros  oder  Buchhalter  in  einer  Fabrik  chemischer  Produkte  wird,
das  hängt  nicht  mehr  von  ihm  ab.  Und  nun  gar  erst  der  Arbeiter,
den  das  Schicksal  unauflöslich  an  den  Webstuhl,  die  Lisendrehbank,
  in  die  Erzgrube  zwingt!
Die  wirtschaft  lebt  ihr  eigenes-  Leben  und
zwingt  ihr  Joch  herrisch  den  Völkern  aus.  wie  kommt  die  hübsche
kleine  Japanerin,  die  wir  uns  nur  in  ihrem  Papierhäuschen  oder
auf  den  Reisfeldern  denken  konnten,  in  die  in  den  letzten  Jahrzehnten ­
  erst  riesig  erwachsenen  Spinnereien  Osakas?  wie  kommt
der  sorglose  Schwarze,  der  alle  Arbeit  in  Paus  und  Feld  den  Frauen
überließ,  in  die  Diamantgruben  Kimberleps  und  die  Goldminen
von  Rhodesia?  Unsere  moderne  Wirtschaft  hat  die'  Langarme
nach  ihnen  ausgestreckt  und  verwandelt  die  Mädchen  des  Blumenlandes ­
  wie  die  afrikanischen  Naturkinder  in  „hands",  wie  es
unsere  Lehrmeister,  die  Engländer,  so  bezeichnend  nennen.
In  diese  sck^einbar  gleiche  Masse  der  Arbeiter  bringt  nun  der
Produktionsmechanismus  eine  neue  Schichtung.  Das  Ziel  der
Produzenten  ist:  verdienen;  das  Ziel  der  Wirtschaft:  zu  diesem
Zweck  möglichst  viel  und  möglichst  billig  zu  produzieren.  Ls  ist
nun  eine  bekannte  Lrfahtung,  daß  die  Leistungsfähigket  in  dem
            
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