Full text : Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

Verluste  der  Mark  und  daher  vom  deutschen  Standpunkte  aus  höchst
bedenklich.  Sie  müßte  daher  unbedingt  verhindert  werden,  und  das
ist  nach  unserer  Auffassung  auch  wieder  schon  auf  Grund  der  Devisenordnung
  möglich,  indem  die  Amwandlung  in  Franken  als  ein  Ankauf ­
  von  Geldsorten  usw.  in  ausländischer  Währung  aufgefaßt  wird.
Immerhin  aber  wäre  eine  entsprechende  Ausgestaltung  der  Devisenordnung, ­
  die  darüber  volle  Klarheit  schafft,  erwünscht.
Ein  dritter  Fall  ist  der  sehr  häufig  vorkommende,  daß  eine
deutsche  Exportfirma  zwar  in  Franken  fakturiert,  der  Schweizer
Schuldner  aber  durch  eine  deutsche  Bank  in  Mark  zahlt.  Dabei
spielen  die  großen  Schweizer  Guthaben  bei  deutschen  Banken  natürlich ­
  eine  Rolle  (deshalb  sind  auch  die  zahlreichen  deutschen  Städten
in  der  Schweiz  gewährten  Darlehen  meist  aus  solchen  Guthaben
bezahlt  worden,  s.  unten).  Auch  diese  Transaktion  dürfte  von  dem
Gesichtspunkt  aus  zu  beurteilen  sein,  daß  wenn  dabei  überhaupt
die  Nachfrage  nach  deutschen  Zahlungsmitteln  im  Auslande  verstärkt ­
  wird,  dies  doch  nicht  so  günstig  wirkt  wie  eine  vermehrte
Verfügung  über  ausländische  Zahlungsmittel  im  Inlande.  Auch
hier  kann  man  sich  aber  aus  den  Standpunkt  stellen,  daß  eine  schon
nach  der  Devisenordnung  unzulässige  Verfügung  über  ein  Guthaben
in  ausländischer  Währung  vorliege.
Ein  vierter  Fall,  auch  sehr  häufig  vorkommend,  ist  der,  daß
ein  Deutscher  Waren  von  einem  Schweizer  kauft,  auf  dessen  Wunsch
in  Franken.  Da  der  Käufer  aber  weiß,  daß  er  für  den  Ankauf
keine  Schweizer  Devise  erhält,  kommen  beide  überein,  daß  an  eine
deutsche  Bank  in  Mark  gezahlt  wird,  über  die  dann  der  Schweizer
beliebig  verfügt.  Der  Zusammenhang  mit  dein  Importgeschäft
ist  dabei  gar  nicht  mehr  festzustellen.  Die  Gutschrift  des  Markbetrages ­
  selbst  ist  nicht  zu  beanstanden.
Es  ist  klar,  daß  diese  Verhältnisse  nur  gebessert  werden  können
und  ein  weiteres  Sinken  unserer  Valuta  verhindert  werden  kann,
wenn  der  gesamte  Zahlungsverkehr  von  und  nach  dem  Auslande ­
  vollständig  überwacht  und  einheitlich  organisiert  und  zentralisiert ­
  wird.  Am  einfachsten  ist  es  wohl,  dahin  zu  wirken,  daß  für
jeden  Export  nach  dem  Auslande  ausländische  Valuta  einer  deutschen
Zentralstelle  zur  Verfügung  gestellt  werden  muH,  die  sie  dann  einheitlich ­
  wieder  zu  Ankäufen  im  Auslande  verwendet.  Da  das  Ausland ­
  jetzt  doch  nur  von  uns  kauft,  was  es  notwendig  von  uns  beziehen ­
  muß,  wäre  eine  derartige  Bestimmung  wohl  unschwierig
13!
            
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