Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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das Prinzip etwa so aus: Das soziale Ganze formt 
das einzelne Individuum, so daß dasselbe ohne alle 
bewußte Entschlußfassung sich einer Stelle in diesem 
Ganzen eingepaßt fühlt und seipe Handlungs- und 
Denkgewohnheiten von dieser Umwelt eingeprägt er 
hält, woraus sich eine Tendenz nach einem den so 
zialen Notwendigkeiten konformen Verhalten ergibt 
— so würde Grotes Prinzip gleich anders aussehen. 
In dieser Formulierung habe ich zugleich seine Be- * 
deutung ausgesprochen: Es verkörperte sich in ihm 
die Tatsache der sozialen Wechselbeziehung, die Ent 
deckung des Phänomens „Gesellschaft“, das von den 
späteren Naturrechtslehrern dann deutlicher heraus 
gearbeitet wurde 1 . Man brauchte es nur unter die 
analytische Lupe zu nehmen, um auf alles das zu 
stoßen, was die soziale Welt im Innersten zusammen 
hält. 
Eine der Methoden der Naturrechtstheoretiker — 
sie hatten schon fast alle Methoden, die wir heute 
haben — war auch die Vergleichung verschiedener so 
zialer Entwicklungsstufen — nebenbei gesagt, finden 
wir schon bei Leibniz auch die Idee der vergleichen 
den Jurisprudenz — und dabei wurden primitive Zu 
stände für sie ebenso wichtig, wie sie es für uns 
heute sind. Und weil sie darüber weniger wußten als 
wir, so wurde das seither zu einer Quelle billiger Ein 
wendungen. Doch ist nichts falscher, als zu glauben, 
daß ihre Ideen darüber — sie wichen voneinander 
1 In der Festschrift zum siebzigsten Geburtstag G. v. Schmollers 
hat v. Philippovich gezeigt, dafs der Begriff der Gesellschaft eigent 
lich von der Literatur des Naturrechts aus in die Nationalökonomie 
eingedrungen ist.
	        
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