Full text : Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

10

Bearbeitung  aber  ausgeschlossen  werden  mußten.  Von  ihnen
wird  noch  gelegentlich  die  Rede  sein.
Die  eigentliche  Bearbeitung,  die  bezüglich  der  Hypotheken
und  eines  Teils  der  Mietausfallstatistik  nach  den  Bogen  selbst,
hinsichtlich  der  übrigen  Mietausfallstatistik  auf  Grund  herausgeschriebener ­
  Zählkärtchen  für  Wohnungen  und  Geschäftslokale
erfolgte,  gestaltete  sich  ziemlich  verwickelt,  zumal  mit  Rücksicht ­
  a,uf  den  bevorstehenden  Julitermin  eine  weitere  vorläufige
Darstellung  des  Ergebnisses  der  Hypothekenstatistik  Mitte  Juni
dem  Bürgermeisteramt  vorgelegt  w,urde.  So  mußten  z.  B.  die
Erhebungsbogen  durch  achtfache  verschiedene  Auszeichnung  mit
Buntstiften  und  konventionellen  Zeichen  erst  für  die  tabellarische
Aufarbeitung  gebrauchsfertig  gemacht  werden.
Von  den  Lücken  ( und  Tücken  des  Materials  wird  das  Nötige
an  seinem  Ort  in  den  nächsten  Abschnitten  zu  sagen  sein,  auch
unsere  Ansicht  darüber,  inwieweit  im  speziellen  Fall  das  Ergebnis
dieser  Teiluntersuchung  eine  die  ganze  Stadt  oder  doch  die
Altstadt  ,umfassende  Verallgemeinerung  zuläßt,  soll  an  seiner
Stelle  dargelegt  werden.  Etliche  Bemerkungen  über  die  ganze
Teilerhebung  als  solche  werden  gleichwohl  vorauszuschicken  sein.
Te  i  1  e  rh  e  b  ung?  Dieses  von  uns  der  Verständlichkeit
halber  auf  den  Fragebogen  und  in  der  Zuschrift  an  die  Hausbesitzer ­
  gebrauchte  Wort  trifft  nicht  das  Wesen  der  Sache,
das  erst  in  dem  Fachausdruck  „repräsentative  Erhebung“ ­
  deutlich  hervortritt.  Denn  der  statistisch  zu  bearbeitende ­
  Teil  wird  bei  dieser  Erhebungsart  nicht  um  seiner
selbst  willen  untersucht  und  als  ein  relativ  Selbständiges  betrachtet, ­
  sondern  er  gilt  als  Mikrokosmus,  als  Stellvertreter
der  ihn  umschließenden  Gesamtheit.*)  Die  Ergebnisse  einer
solchen  Untersuchung  treten  mit  dem  Anspruch  transzendenter
Gültigkeit  innerhalb  für  den  Einzelfall  näher  zu  bestimmender
Schranken  auf.  Für  den  untersuchten  Teil  zwar  will  die  repräsentative ­
  Erhebung  Gewißheit  bieten,  soweit  eine  solche  mittelst
statistischer  Methoden  überhaupt  zu  gewinnen  ist,  aber  diese
Gewißheit  ist  für  sie  als  Mittel  zum  Zweck  nicht  von  selbständigem ­
  Wert,  sondern  nur  Prämisse  für  den  Wahrscheinlichkeitsschluß,
  den  sie  aus  dem  Teilergebnis  auf  die  Konstitution
der  den  Teil  einbegreifenden  Gesamtheit  zieht.
In  unserer  amtlichen  Statistik  hat  die  repräsentative  Erhebung ­
  sich  bisher  noch  nicht  einzubürgern  gewußt,  ebenso
*)  Vgl.  zu  den  folgenden  Ausführungen  die  umsichtige  Darlegung  bei
Kaufmann,  Theorie  und  Methoden  der  Statistik  S.  362—373.  Wenn  Kaufmann ­
  die  eigentliche  Repräsentativmethode  als  eine  solche  definiert,  „die  sich
planmäßig  auf  die  Auszählung  eines  Teils  der  die  betreffende  soziale  Masse
zusammensetzenden  Individuen  oder  Einzelfälle  beschränkt“,  so  scheint  uns  aber
aus  den  oben  dargelegten  Gründen  diese  Definition  den  logischen  Nerv  des
Verfahrens  nicht  bloßzulegen,  während  sie  als  technische  Anweisung  zu  Recht
besteht.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.