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in allen Einzelheiten durchgesprochen worden, auch das unent
behrliche Musterbeispiel nicht vergessen, gleichwohl glaubten
wir uns des Beistands der Interessenvertretungen der befragten
Hausbesitzer noch besonders versichern zu müssen, der uns
auch in bereitwilligster Weise zugesagt und gewährt wurde.
So ging denn an die befragten Hausbesitzer gleichzeitig mit
dem Erhehungsbogen das nachstehend abgedruckte Schreiben ab:
Mannheim, den 12. April 1915.
Sehr geehrter Herr!
Sehr geehrte Frau!
Wie Sie aus Seite 4 des beiliegenden Fragebogens ersehen wollen,
hat der Stadtrat im Benehmen mit der Zentrale für Kriegsfürsorge die
Aufstellung einer Statistik über ausgefallene Miet- und Hypothekenzinsen
angeordnet, um zahlenmäßige Unterlagen für die Beurteilung des Umfangs
dieser Ausfälle zu erhalten. Um Zeit und Geld zu sparen, werden nur für
jedes zehnte Hausgrundstück — in der Reihenfolge des Adreßbuchs — die
Angaben erbeten und so richten wir auch an Sie die Bitte um genaue
Ausfüllung des beiliegenden Fragebogens. Auch dann, wenn für Ihr Hausgrund
stück nach Lage der Verhältnisse der Fragebogen kaum oder gar nicht in
Betracht kommt, und Sie an einer etwaigen Hilfsaktion kein persönliches In
teresse haben, bitten wir Sie dringend, den Fragebogen gleichwohl soweit
möglich auszufüllen und ihn wieder zurückzusenden; andernfalls müßte die
geplante Aufstellung einer solchen Statistik notwendig scheitern.
Die nachstehend genannten Organisationen der Grund- und Hausbesitzer
empfehlen dringend die genaueste Beantwortung der Fragebogen und erklären
sich ausdrücklich bereit, ihren Mitgliedern bei Ausfüllung der Fragebogen
in ihren Geschäftsstellen an die Hand zu gehen. Demnach können Sie die
Ausfüllung des Bogens nach Belieben auch bei irgendeiner der folgenden
Stellen bewirken:
1. Grund- und Hausbesitzerverein, N 5, 7,
2. „ „ „ Mannheim-Nord, Mittelstr. 22,
3. „ „ „ rechts des Neckars, Bürger
meister Fuchsstr. 40,
4. „ „ „ Schwetzingerstadt, Traitteur-
straße 37,
5. Zentrale für Kriegsfürsorge, N 2, 11, Zimmer 26,
6. Statistisches Amt, Rathaus, Zimmer 20.
Bei der hervorragenden Wichtigkeit der Angelegenheit für weite Kreise
des Hausbesitzerstandes dürfen wir wohl auf den Wiedereingang des genau
ausgefüllten Fragebogens bis Samstag, den 17. April mit Bestimmtheit
rechnen.
Statistisches Amt:
Dr. Schott.
Räumlich war die Erhebung mit Rücksicht auf die in den
Vororten nicht .unwesentlich anders gelagerten Verhältnisse auf
die Altgemarkung Mannheim beschränkt worden, von
deren im Adreßbuch verzeichneten Wohngrundstücken begin
nend mit A 1, 1 jedes zehnte herausgegriffen wurde. Ueber
den Sinn dieses Verfahrens wird alsbald noch ein Wort zu reden
sein; für jetzt setzen wir di'e Schilderung der Erhebung fort.
Rund zwei Drittel der ausgesandten Fragebogen befanden
sich am 20. April wieder in unseren Händen; die säumigen