Full text: Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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Während also die ersten Hypotheken sich nach der Neu 
regelung um den erhöhten durchschnittlichen Zinsfuß stärker 
zusammengedrängt haben, ist bei den zweiten Hypotheken an 
die Stelle der früheren ganz überwiegenden Konzentration auf 
5% eine deutliche Scheidung in zwei nahezu gleichstarke ge 
trennte Gruppen eingetreten. Die eine, 44,5% der ganzen 
Kapitalsumme beanspruchende Gruppe ist bei 5% Verzinsung 
stehen geblieben, die zweite, 39% von jener ausmachende aber 
um ein volles Prozent, nämlich auf 6%, im Zinsfuß in die Höhe 
gegangen. Man wird wohl annehmen dürfen, daß in diesem 
abweichenden Verhalten der zwei Gruppen tatsächliche Unter 
schiede in der Bonität der Hypotheken ihren Ausdruck finden, wie 
sie bei den gleichmäßiger gesicherten ersten Hypotheken nicht 
Vorkommen. Weiter aber ist zu vermuten, daß bei den zweiten 
Hypotheken die Nebenbedingungen eine größere Rolle spielen 
werden als bei diesen. Gewissermaßen einen Beleg für diese 
Vermutung bildet der einzige von unserer Statistik erfaßte 
Fall, in dem sich der Zinsfuß einer Hypothek ermäßigt hat, 
der also in unserer Tabelle unter die Staffel herabgesunken ist. 
Eine zweite Hypothek im Betrage von 3000 M. ist hier nur noch 
mit 45/ 8 gegen früher 5% zu verzinsen; eine besondere An 
merkung aber, wie sie leider bezüglich der Nebenbedingungen in 
unseren Fragebogen so selten sich fand, fügt hinzu, daß 2i/2 % 
Provision und 1400 M. Abzahlung in sieben Jahresraten zu 
200 M. ausbedungen worden seien. 
Der durchschnittliche Zinsfuß aller fällig gewordenen 
zweiten Hypotheken beträgt jetzt 5,4509% gegen 5,0412o/o 
vor der Neuregelung; er wäre demnach, absolut genommen, 
fast genau um denselben Betrag wie jener der ersten Hypotheken 
in die Höhe gegangen (0,4097 gegen 0,4093), was einer rela 
tiven Zunahme von 8,1 o/o entsprechen würde. 
An dritt- und höherstelligen Hypotheken — Ta 
belle VIC — sind angeblich nur zehn fällig geworden, von 
denen 3 bis zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht wieder 
untergebracht waren. Von der Wiedergabe einer Uebersicht, 
wie sie oben für die ersten und zweiten Hypotheken geliefert 
wurde, sehen wir mit Rücksicht auf diese dürftige Zahlen 
substanz ab; schon aus der rudimentären Tabelle selbst läßt 
sich aber erkennen, daß bei stärkerer zahlenmäßiger Vertretung 
dieser höherstelligen Hypotheken das Bild mit dem für die 
zweiten Hypotheken entworfenen vermutlich ziemlich gut über 
einstimmen würde. Die durch die Maschen unserer Erhebung 
geschlüpften Nebenbedingungen möchten allerdings deutlichere 
Unterschiede aufweisen.
	        
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