Full text : Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

35

4.  Der  Schluß  vom  Teil  aui’s  Ganze.
Die  beiden  vorhergegangenen  Abschnitte  haben  das  knappe
halbe  tausend  Grundstücke,  das  unsere  Erhebung  erfaßt  hat,
durchaus  als  selbständige,  für  sich  seiende  Gesamtheit  betrachtet
und  jede  Bezugnahme  auf  das  größere  Ganze,  aus  dem  es  herausgegriffen
  wurde,  ängstlich  vermieden.  Wenn  aber  auch  der
Gedanke,  daß  es  sich  bei  den  untersuchten  Grundstücken  um
ein  repräsentatives  Teilstück  handle,  nirgends  ausgesprochen
wurde,  so  lag  er  doch  unbewußt  allen  Ausführungen  zugrunde
oder  vielmehr:  in  naivem  Realismus  glaubten  wir  ohne  weiteres
die  Struktur  der  Gesamtheit  zu  schildern  und  vergaßen  immer
wieder,  daß  wir  nur  von  Teilergebnissen  sprachen.  Diese  implicite
  und  unbewußt  mitgesetzte  Stellvertretung  des  Ganzen  gilt  fes
nun  noch  sich  deutlich  zum  Bewußtsein  zu  bringen  und  zu  rechtfertigen.
  Ist  es  nicht  eine  Ungeheuerlichkeit,  von  450  Grundstücken ­
  auf  6000  zu  schließen,  das  bei  s / 40  der  Gesamtheit  Ermittelte ­
  in  verwegener  Transzendenz  auf  die  übrigen  3 7«  zu
übertragen,  im  kleinen  Teilstück  das  Ganze  abgebildet  zu
wähnen?  Dies  die  Schicksalsfrage,  von  deren  Beantwortung
das  Urteil  über  unsere  ganze  Erhebung  abhängt.
Schon  der  erste  Abschnitt  hat  diese  Frage  im  allgemeinen
erörtert;  er  hat  ferner  den  Nachweis  erbracht,  daß  die  erste,  an
eine  repräsentative  Erhebung  zu  stellende  Forderung  rein  willkürlichen ­
  Herausgreifens  nach  einem  mechanischen  Prinzip  bei
unserer  Untersuchung  gewahrt  worden  ist  und  daß  auch  der
durch  Nichtbeantwortung  von  Fragebogen  eingetretenen  Strukturverschiebung ­
  der  Teilmasse  keine  nennenswerte  Bedeutung
beizumessen  sei.  Sonach  bleibt  noch  der  zweiten  Forderung  Genüge ­
  zu  leisten:  die  Uebereinstimmung  der  Teilmasse  mit  der
Gesamtheit  nämlich  für  einzelne  Hauptpunkte  nachzuweisen.
Denn  eine  solche  Uebereinstimmung  soll,  wie  im  ersten  Abschnitt
ausgeführt  wurde,  uns  das  nötige  Sicherheitsgefühl  in  bezug
auf  weiterreichende  Konformität  beider  verleihen.
Die  Punkte,  bezüglich  deren  eine  Uebereinstimmung  der
untersuchten  mit  sämtlichen  Alt-Mannheimer  Wohngrundstücken
festgestellt  werden  könnte,  werden  unter  den  Erhebungsmerkmalen ­
  der  allgemeinen  Wohnungszählung  des  Jahres  1910  gesucht ­
  werden  müssen.  Daraus  ergibt  sich  aber  ein  Uebelstand,
dessen  wir  am  leichtesten  mit  Hilfe  einer  schematischen  Darstellung ­
  inne  werden.  Bezeichnen  wir  die  Zusammensetzung
sämtlicher  Wohngrundstücke  oder  Wohnungen  usf.  nach
irgend  einem  Merkmal,  kurzum  den  Stand  des  Jahres  1910  mit  a,
den  Stand  von  April  1915  aber  mit  a 1 ,  die  Zusammensetzung
unserer  436  Grundstücke,  ihrer  Wohnungen  usf.,  nach  demselben ­
  Merkmal  mit  b 1 ,  für  1910  aber  mit  b,  so  erhalten  wir
folgendes,  weiterer  Erklärung  nicht  bedürftige  Schema.
das  Ganze  der  Teil
1910  a  b
1915  a 1  b 1
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.