Full text : Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

34

Während  also  die  ersten  Hypotheken  sich  nach  der  Neuregelung ­
  um  den  erhöhten  durchschnittlichen  Zinsfuß  stärker
zusammengedrängt  haben,  ist  bei  den  zweiten  Hypotheken  an
die  Stelle  der  früheren  ganz  überwiegenden  Konzentration  auf
5%  eine  deutliche  Scheidung  in  zwei  nahezu  gleichstarke  getrennte ­
  Gruppen  eingetreten.  Die  eine,  44,5%  der  ganzen
Kapitalsumme  beanspruchende  Gruppe  ist  bei  5%  Verzinsung
stehen  geblieben,  die  zweite,  39%  von  jener  ausmachende  aber
um  ein  volles  Prozent,  nämlich  auf  6%,  im  Zinsfuß  in  die  Höhe
gegangen.  Man  wird  wohl  annehmen  dürfen,  daß  in  diesem
abweichenden  Verhalten  der  zwei  Gruppen  tatsächliche  Unterschiede ­
  in  der  Bonität  der  Hypotheken  ihren  Ausdruck  finden,  wie
sie  bei  den  gleichmäßiger  gesicherten  ersten  Hypotheken  nicht
Vorkommen.  Weiter  aber  ist  zu  vermuten,  daß  bei  den  zweiten
Hypotheken  die  Nebenbedingungen  eine  größere  Rolle  spielen
werden  als  bei  diesen.  Gewissermaßen  einen  Beleg  für  diese
Vermutung  bildet  der  einzige  von  unserer  Statistik  erfaßte
Fall,  in  dem  sich  der  Zinsfuß  einer  Hypothek  ermäßigt  hat,
der  also  in  unserer  Tabelle  unter  die  Staffel  herabgesunken  ist.
Eine  zweite  Hypothek  im  Betrage  von  3000  M.  ist  hier  nur  noch
mit  45/ 8  gegen  früher  5%  zu  verzinsen;  eine  besondere  Anmerkung ­
  aber,  wie  sie  leider  bezüglich  der  Nebenbedingungen  in
unseren  Fragebogen  so  selten  sich  fand,  fügt  hinzu,  daß  2i/2  %
Provision  und  1400  M.  Abzahlung  in  sieben  Jahresraten  zu
200  M.  ausbedungen  worden  seien.
Der  durchschnittliche  Zinsfuß  aller  fällig  gewordenen
zweiten  Hypotheken  beträgt  jetzt  5,4509%  gegen  5,0412o/o
vor  der  Neuregelung;  er  wäre  demnach,  absolut  genommen,
fast  genau  um  denselben  Betrag  wie  jener  der  ersten  Hypotheken
in  die  Höhe  gegangen  (0,4097  gegen  0,4093),  was  einer  relativen ­
  Zunahme  von  8,1  o/o  entsprechen  würde.
An  dritt-  und  höherstelligen  Hypotheken  —  Tabelle ­
  VIC  —  sind  angeblich  nur  zehn  fällig  geworden,  von
denen  3  bis  zum  Zeitpunkt  der  Erhebung  noch  nicht  wieder
untergebracht  waren.  Von  der  Wiedergabe  einer  Uebersicht,
wie  sie  oben  für  die  ersten  und  zweiten  Hypotheken  geliefert
wurde,  sehen  wir  mit  Rücksicht  auf  diese  dürftige  Zahlensubstanz ­
  ab;  schon  aus  der  rudimentären  Tabelle  selbst  läßt
sich  aber  erkennen,  daß  bei  stärkerer  zahlenmäßiger  Vertretung
dieser  höherstelligen  Hypotheken  das  Bild  mit  dem  für  die
zweiten  Hypotheken  entworfenen  vermutlich  ziemlich  gut  übereinstimmen ­
  würde.  Die  durch  die  Maschen  unserer  Erhebung
geschlüpften  Nebenbedingungen  möchten  allerdings  deutlichere
Unterschiede  aufweisen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.