Full text : Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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wodurch  wiederum  bestätigt  wird,  daß  unsere  Statistik  der
Mietausfälle  ein  etwas  zu  ungünstiges  Bild  bietet.
Darnach  wird  man  als  Schlußergebnis  dieser  eingehenden
Nachprüfung  wohl  aussprechen  dürfen,  daß  in  bezug  auf  die  allgemein ­
  e  n  Merkmale  der  Stadtteilslage,  Grundstücksgröße  und
Zimmerzahl  eine  sehr  befriedigende  Uebereinstimmung  der  1915er
Teilgesamtheit  mit  der  bis  1915  fortentwickelten  1910er  Gesamtgesamtheit ­
  festgestellt  werden  konnte,  daß  aber  die  relativ
schwächere  Vertretung  der  größten,  am  wenigsten  von  Mietausfällen ­
  bedrohten  Wohnungen  immerhin  den  repräsentativen
Wert  unserer  Teilerhebung  ein  wenig  beeinträchtigt.  Diese
letzte  Bemerkung  ist  nun,  streng  genommen,  allerdings  schon
ein  wenig  vorwitzig  gewesen,  durfte  aber  auf  Grund  der  Erfahrung ­
  des  Alltags,  überdies  auch  der  Nachweisung  in  Tabelle  III  b
unbedenklich  vorausgenommen  werden.
Lassen  wir  die  soeben  erwähnte  leichte  Einschränkung  einmal ­
  außer  Betracht,  so  werden  wir  also  unsere  Teilgesamtheit
hinsichtlich  der  allgemeinen  Merkmale  als  repräsentativ  betrachten ­
  dürfen.  Ist  sie  es  auch  in  bezug  auf  den  M  i  e  t  a  u  sfa
  11?  Wir  glauben:  Ja.  Von  einem  Beweis  kann  jetzt  freilich
nicht  mehr  die  Rede  sein,  sondern  nur  noch  von  einem  mehr
oder  weniger  fest  begründeten  Glauben.  Diesen  schöpfen  wir
aber  zunächst  aus  der  weiten  Verbreitung  der  untersuchten  Erscheinung, ­
  sind  doch  mehr  als  3/4  aller  untersuchten  Grundstücke ­
  und  mehr  als  3/ 5  aller  Wohnungen  und  aller  Geschäftslokale ­
  von  Mietausfällen  betroffen  worden.  Das  „Loch  im  Emmentaler ­
  Käse“,  auf  das  wir  im  ersten  Abschnitt  hinwiesen,
braucht  uns  darum  nicht  zu  schrecken.  Es  mag  sein,  es  wird
sogar  so  sein,  daß  für  die  großen  Wohnungen  und  bestimmte
Arten  von  Geschäftslokalen  unsere  Untersuchung  prozentuale
Mietausfälle  gefunden  hat,  die  von  den  in  der  Gesamtheit  für
diese  Klassen  eingetretenen  nach  oben  oder  unten  erheblich
ajbweichen.  Denn  von  solchen  Ausnahmen  kann  der  Zufall  in
unsere  Statistik  zu  viele  und  auch  zu  wenige  hereingetrieben
haben.  Aber  diese  Fälle  sind  für  die  Kriegsfürsorge  auch  erst
in  zweiter  Linie  bedeutsam;  voran  müssen  ihr  und  uns  die  Mietausfälle ­
  als  Massenerscheinung  stehen.  Warum  aber  diese  Massenerscheinung ­
  des  Notleidens  der  kleineren  Objekte  sich  nach
Häufigkeit  und  Stärkegrad  in  unserer  Teilgesamtheit  wesentlich ­
  anders  niedergeschlagen  haben  sollte,  als  in  der  Gesamtheit
aller  solcher  Grundstücke  und  Wohnungen,  ist  nicht  recht  einzusehen, ­
  nachdem  doch  die  Uebereinstimmung  beider  in  bezug
auf  das  Vorkommen  solcher  Objekte  überhaupt  nachgewiesen
werden  konnte.  Es  ließe  sich  allerdings  eine  störende  Beeinflussung ­
  durch  folgende  Umstände  vermuten:  1.  Die  den  nichtbeantworteten
  Fragebogen  entsprechenden  Grundstücke  könnten ­
  unverhältnismäßig  viele  von  Mietausfällen  nicht  betroffene
Objekte  enthalten;  2.  in  den  beantworteten  Fragebogen  könnten
            
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