Full text: Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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Abweichungen im Mittel größer werden, ist nicht verwunderlich, 
weil diese Uebersicht 11 Wohnungsgrößenklassen ^gegenüber 
nur 7 Stadtteilen aufweist, das kleine Material also in zu viele 
Gruppen gespalten und dem Zufall solcherart zu großer Einfluß 
verstattet wird. Ferner sind in unsere Erhebung nur Wohn- 
grundstücke im engeren Sinn einbezogen worden, während 
die allgemeine Zählung das bewohnte Grundstück als 
Einheit erfaßt und darunter auch Schulen, Fabriken, Anstalten 
usf. begreift, sofern sie nur Personen über Nacht beherbergt 
haben. Gerade unter diesen Grundstücken befinden sich aber 
zahlreiche mit nur einer Wohnung (Portier, Schuldiener, Ver 
walter usf.), woraus sich der erheblich größere Anteil der 
Grundstücke mit einer Wohnung von 1910 ungezwungen erklärt. 
Aber ein etwas zu starker Prozentsatz großer Miethäuser könnte 
auch nach Abzug dieser formalen Verschiebung ür unsere Teil 
erhebung sich ergeben. Ist dies der Fall, so wird es am ehesten 
in einer vergleichenden Verteilungstafel der Mietwohnungen 
ohne Gewerberäume nach ihrer Zimmerzahl zum Ausdruck 
kommen, da Kleinwohnung und Massenmiethaus in ziemlich 
hohem Grad korrelate Begriffe sind. Hier die Probe: Es ent 
fielen auf die Wohnungen mit . . . Zimmern o/o aller Mietwoh 
nungen ohne Gewerberäume: 
1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 und 
mehr 
bei der allgemeinen Wohnungs 
zählung von 1910 . . . 
17,1 
40,3 
22,8 
9,6 
4,5 
2,5 
3,2 
bei unserer Teilerhebung . . 
13,3 
40,7 
26,2 
9,4 
5,5 
+1,0 
2,6 
2,3 
1915+ 
—3,8 
+0,4 
+3,4 
—0,2 
+0,1 
—0,9 
Die befürchtete Bevorzugung der Kleinwohnungen durch 
unsere Teilerhebung ist also nicht eingetreten; die einzige 
große Differenz in den Relativzahlen besteht in einem Zuviel 
der 3-Zimmer- und etwa dem entsprechenden Zuwenig der 1- 
Zimmerwohnungen bei der Teilerhebung. Diese Abweichungen 
liegen aber durchaus in der Richtung der Bautätigkeit der 
letzten Jahre, deren Interesse sich in hohem Grade der 3- 
Zimmerwohnung zugewendet hat, während die 1-Zimmerwolmung 
ganz vernachlässigt wurde. Die für die weniger bemittelte 
Bevölkerung unserer Stadt charakteristische und nach Tabelle IV 
auch weitaus am meisten für die Mietzuschüsse in Betracht 
kommende 2-Zimmerwohnung ist durch unsere Teilerhebung der 
Zahl nach durchaus angemessen repräsentiert. Die Summe der 
— positiven und negativen — Abweichungen ergibt für die 
sieben Größenklassen 9,8 o/ 0 , also fast genau dieselbe Zahl wie 
oben für die sieben Stadtteile; eine Feststellung, mit der man 
sich wohl zufrieden geben darf. Nur die größten Wohnungen 
sind in der Teilerhebung stark unterdurchschnittlich vertreten,
	        
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