Full text: Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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Objekte ohne Mietausfälle weggelassen und di© Ausfälle selbst 
zu hoch angegeben worden sein. Der zuerst genannte Einwand 
ist in der Tat nicht von der Hand zu weisen, aber er darf auch 
in seiner Bedeutung nicht überschätzt werden. Wollten wir an 
nehmen, daß auch nicht ein einziger Mietausfall in all den 405 
Grundstücken vorgekommen sei, bei denen ein solcher Verdacht 
überhaupt ausgesprochen werden kann, so würde unsere Schät 
zung des Ausfalls auf Grund der bearbeiteten Bogen eben um 
1/5 zu hoch greifen, das aber wäre ein Fehler, der bei dem ganzen 
Charakter solcher Erhebungen noch in Kauf genommen werden 
müßte und jedenfalls die Erhebung nicht wertlos machen würde. 
Denn niemand wird behaupten wollen, daß er ohne jede derartige 
Unterlage eine Schätzung des Umfangs der Mietausfälle mit 
einer Unsicherheit von etwa 20 0/0 vornehmen könne. Außerdem 
kann aber natürlich davon gar keine Rede sein, daß in den er 
wähnten Grundstücken überhaupt keine Ausfälle vorgekommen 
sind und der mutmaßlich geringeren Höhe derselben kann man 
in der schließlichen Schätzung sehr wohl Rechnung tragen. 
Dem zweiten, oben angeführten Einwand vermögen wir keine 
Bedeutung beizulegen. Wäre die Statistik auf Grund der un- 
revidierten Fragebogen aufgestellt worden, so wäre er vielleicht 
haltbar gewesen, allein die Bearbeitung hat durchweg das 
Adreßbuch zu Rate gezogen und für nicht eingetragene Woh 
nungen die nötigen Ergänzungen und Rückfragen herbeigeführt. 
Direkt unwahre Angaben über die Höhe der Mietausfälle halten 
wir endlich für nahezu ausgeschlossen, zumal solche nicht ohne 
Zuhilfenahme der Phantasie hätten gemacht werden können, 
sich demnach als qualifizierte Fälschungen darstellen würden. 
Darnach würde also unser Ansatz, wenn wir die bearbeiteten 
Grundstücke in runder Zahl gleich s / 40 der Gesamtheit setzen, 
für Alt-Mannheim zu einem achtmonatlichen Mietausfall 
v 0 n 1365 370 M. oder unter Berücksichtigung der erhobenen Be 
denken von etwa I1/4 Millionen führen; für das ganze erste 
Kriegsjahr wäre er im Hinblick auf die zunehmende 
Verbreitung der Mietausfälle zu etwa 2 Millionen M. 
zu veranschlagen. 
Es liegt nahe, darnach Umschau zu halten, ob dies Ergebnis 
nicht durch anderwärts gefundene Zahlen eine Stütze finde. 
Allein die in verschiedenen Großstädten durch die Hausbe 
sitzervereine aufgestellten Statistiken können wegen der ganz 
andersartigen Erhebungsgrundlage nicht gut zu Vergleichen 
herangezogen werden, beziehen sich auch, soweit sie uns be- 
bekannt geworden sind, durchweg auf einen kürzeren Zeitraum 
und enthalten meist keine Angaben über die ordentliche Miet- 
einnahme, die erst die Berechnung von Relativzahlen ermöglicht. 
Am ehesten ist ein Vergleich mit der vom Allgemeinen Haus 
besitzerverein in Dresden angestellten Erhebung möglich. Auf 
Grund der in der „Deutschen Hausbesitzerzeitung“ vom 29. Juli
	        
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