Full text : Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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Hypothekzinsen  nur  1,85°/o  statt  5,45  °/o  wie  bei  der  Gesamtheit
betrugen.  Wollte  man  also  diese  Grundstücke  als  repräsentativ ­
  betrachten,  so  müßte  man  annehmen,  daß  die  Mietverluste
in  Alt-Mannheim  im  ersten  Kriegsjahr  rund  6  Millionen  Mark
betragen  und  etwa  den  dritten  Teil  der  gesamten  Hypothekzinsen ­
  verschlungen  haben  —  eine  Anschauung,  die  wohl  Niemand ­
  zu  der  seinigen  wird  machen  wollen.  Indessen  haben  die
freiwillig  gemachten  Angaben  ja  auch  gar  nicht  als  Unterlage
für  solche  Uebertragungsrechnungen  dienen  sollen;  sie  wollten
nur  weiteres  Material  zur  möglichst  vollständigen  Erfassung
der  Mietausfälle  beisteuern,  in  der  ganz  richtigen  Voraussetzung,
daß  eine  vollständige  Statistik  unter  allen  Umständen  exakter
gewesen  wäre,  als  die  unter  dem  Zwang  der  Verhältnisse  von
uns  durchgeführte  Teilstatistik.
Außer  den  erwähnten  Angaben  für  38  nicht  erfragte  eim
zelne  Wohngrundstücke  hat  uns  noch  ein  20facher  Hausbesitzer
eine  genaue  Aufstellung  über  Einnahme  und  Verlust  an  Miete
durch  Leersbehen,  Nichtbezahlung  und  Nachlaß  für  die  Gesamtheit ­
  seiner  Häuser  mitgeteilt.  Seine  Mietverluste  haben  darnach
14,27  o/o  der  gleichzeitigen  Mieteinnahme  verschlungen,  während
bei  den  5  in  unsere  Erhebung  einbezogenen  Grundstücken  dieses
Hausbesitzers  der  Ausfall  nur  7,08%  betrug  und  damit  sich
nicht  allzuweit  von  dem  für  alle  436  Häuser  berechneten  Satz
von  8,73%  nach  unten  entfernte.  Unter  den  5  von  uns  erfaßten
Grundstücken  befindet  sich  eines,  das  von  den  übrigen  Häusern
dieses  Hausbesitzers  hinsichtlich  der  Vermögens  Verhältnisse  der
Mieter  stark  abweicht.  Es  beherbergt  wenige  Parteien,  weist
eine  den  durchschnittlichen  Mietertrag  eines  der  20  Grundstücke ­
  weit  übertreffende  Mieteinnahme  auf  und  hatte  keine
Mietausfälle  zu  verzeichnen.  Scheidet  man  dieses  Grundstück
aus  den  5  in  unsere  Statistik  einbezogenen  aus,  so  erhält  man
einen  Mietverlust  von  13,73%  der  Gesamteinnahme  für  die
verbleibenden  4  Grundstücke,  d.  h.  einen  Anteil,  wie  er  etwa  dem
gesamten  Hausbesitz  des  Eigentümers  entspricht.  Dieser  war
also  in  vollem  Recht,  wenn  er  die  von  unserer  Statistik  erfaßten
Grundstücke  nicht  als  typisch  für  seinen  Hausbesitz  ansah,
allein  im  Sinne  unserer  Erhebung  hätte  darüber  hinaus  sein
Hausbesitz  typisch  für  den  gesamten  Hausbesitz  Mannheims
(einschließlich  der  Villen  usf.)  sein  müssen,  wenn  man  aus
den  hier  wiedergegebenen  Prozentzahlen  einen  Einwand  gegen
jene  herleiten  wollte.
Und  so  fortan!  Nochmals  kurz  zusammengefaßt:  Gewißheit ­
  kann  uns  die  repräsentative  Erhebung  nie  bieten,  nur  mehr
oder  weniger  große  Wahrscheinlichkeit.  Wer  also  auf  dem
Standpunkt  steht  „Alles  oder  nichts“,  der  muß  sie  verwerfen,
wer  aber  mit  dieser  sich  im  Notfall  begnügen  will  —  und  in  wie
weitem  Umfang  muß  dies  selbst  die  strenge  Wissenschaft  tun!
—-  der  wird  ihre  Hilfe  nicht  verschmähen.  Zum  mindesten  aber
            
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