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,Die Herrschaft des Wortes“,
dar. Alles weitere bleibt der persönlichen Auffassung überlassen.
Wirklich vom Herkommen getragen ist also die nationalökonomische
Bezeichnung „Grundbegriffe“ rein nur im Geiste eines bloßen Sammel
namens. Das will sagen, eines Wortes, das ein an anderen Worten
hergezähltes Vielerlei ganz kurzerhand zusammenfaßt, im Wege einer
einfachen Nennung.
in.
Der Sachverhalt, der nach der Bezeichnung „Grundbegriffe“ so
beharrlich greifen läßt, ist der letzteren zur Seite durch eine Auf
zählung vertreten. Was wird dabei nun eigentlich aufgezählt? Gewiß,
man will eben die „Grundbegriffe“ aufzählen, was man selber dafür
hält, oder doch von Anderen dafür gehalten weiß. Das heißt aber
doch nur, daß man das Aufgezählte als „Grundbegriffe“ zusammen
fassen will. Was ist nun dieses Aufgezählte?
Die Frage muß zunächst widersinnig klingen: Was könnte man
denn als „Grundbegriffe“ aufzählen wollen! Aber machen wir doch
eine Probe. Ich zähle also auf, und zwar in jener halben Willkür,
die sich nicht umgehen läßt, weil eben die Weise des Aufzählens
nur im Runden und Rohen feststeht:
„Bedürfnis, Gut, Wert, Wirtschaft, Vermögen, Einkommen, Kapital,
Arbeit, Geld, Preis, Lohn, Zins, Rente. . . .“
Was will nun der Nationalökonom, denn so muß die Frage vorerst
gestellt werden, damit eigentlich aufzählen ? Da scheint allerdings
nur Eine Antwort möglich: Begriffe! Nein, sagt F. v. Wieser,
Erscheinungen! Nein, sagt Dietzel, Tatsachen!
Jene erste Auskunft, die sich allem Anschein nach allein mit der
Bezeichnung „Grundbegriffe“ verträgt, hält sich im Rahmen des Her
kommens, von dem diese Bezeichnung selber getragen wird. Der
Widerspruch, der nachfolgt, ist also schon ein Widerspruch gegen das
Herkömmliche. Daß im Angesichte jener Aufzählung ein solcher Wider
spruch möglich ist, sei es auch nur vom Boden persönlicher An
schauungen aus, muß schon irgendwie auf den Sachverhalt schließen
lassen, der über jene Aufzählung hinüber mit dem Ausdruck „Grund
begriffe“ verknüpft erscheint. Allein, müssen nicht gleich mehrere
und auch inhaltsschwere Erwägungen vorausgehen, ehe man von da
aus zu einem greifbaren Ergebnis käme? So wäre zum Beispiel erst
zu ermitteln, in welchem Grade jener Widerspruch gegen das Her
kömmliche nicht bloß an Worten hängt, sondern einen wirklichen