fullscreen: Leben und Lehre des Buddha

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III. Das Leben des Buddha. 
in den geistlichen Stand zu treten, gab er den strengen Befehl zu 
verhindern, daß sein Sohn eine dieser Erscheinungen zu Gesicht 
bekomme. In jeder Himmelsgegend wurden in einem Abstande 
von Y 4 Meile von den Palästen Wächter aufgestellt, die niemanden 
einlassen durften. Die jüngeren Berichte sind reich an Wundern, 
die Buddha als Kind vollbrachte. Er beschämt seine Lehrer in der 
Schule, wozu sich wieder eine christliche Parallele findet, und er 
weist sich als Meister in allen Künsten und im Waffenhandwerk. 
Alle Berichte sind aber auch darin einig, daß er in seiner Jugend 
herrlich und in Freuden lebte. In den drei Palästen wurden ihm 
zur Bedienung 40000 Tänzerinnen gegeben, mit denen er, wie 
die Nidanakathä sagt, lebte wie ein Gott von Götterhetären um 
geben, ergötzt durch unsichtbare Musik. Neben den 40000 Tänze 
rinnen hatte er nach dem Imlitavistara noch 84000 Frauen. All 
mählich nahte die Zeit, wo seine weltlichen Neigungen ein Ende 
nehmen sollten, Während nach den alten Texten der Entschluß 
des Buddha, der Welt zu entsagen, seinem inneren Drange ent 
sprang, sind es in den jüngeren wieder die Götter, die ihn dazu 
veranlassen. Als der Prinz einst in den Park spazieren gefahren 
war, ließen die Götter ihm einen Engel in Gestalt eines uralten, 
zahnlosen, weißhaarigen, gekrümmten Mannes, der sich zitternd mit 
einem Stocke in der Hand bewegte, erscheinen. Als der Prinz von 
seinem Wagenlenker erfahren hatte, daß es das Los jedes Menschen 
sei, zu altern, kehrte er betrübt nach Hause zurück. Luddbodana 
ließ die Wachen verdoppeln und verschärfen, konnte aber nicht ver 
hindern daß die Götter auf gleiche Weise dem Prinzen einen mit 
einer ekelhaften Krankheit behafteten Menschen, einen Toten und 
schließlich einen wohlgekleideten, bescheidenen Mönch erscheinen ließen. 
Als der Prinz diesen gesehen, und der Wagenlenker ihm die Vor 
züge des Mönchstums geschildert hatte, kehrte er nicht, wie drei 
mal vorher, gleich nach Hause zurück, sondern setzte vergnügt seine 
Fahrt fort und ließ sich prächtig schmücken, wozu ihm die Götter 
den Visvakarman, den Künstler der Götter, schickten. Als er end 
lich, entschlossen, Mönch zu werden, seinen Wagen wieder bestieg, 
um heimzukehren, brachte ihn, ein Bote die Nachricht, daß ihm ein 
Sohn geboren sei. Da sprach er nach der Nidänakathä die viel 
leicht historischen Worte: „Ein ßähula 1 ) ist geboren, eine Fessel 
1) Die Bedeutung dieses Wortes ist unbekannt. Eine späte, nord 
buddhistische Legende bringt es in Verbindung mit Rähu, einem Dämon, 
dem man die Sonnen- und Mondfinsternisse zuschreibt.
	        
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