Haushalten und Unternehmen, III.
161
Besondere dann als notwendig. In das Geschehen des Handelns jedoch,
lr gendein Tun, da sehen wir eben hinein; oder besser, wir stecken
selber darin. Mit seinem Gehalt, den es aus seinem erlebten Zusammen
hang mit seinesgleichen empfängt, ist es gleichsam ein Stück von
unserem Selbst.
Zunächst stecken wir freilich nur im eigenen Handeln. Aber im
Wahrnehmen fremden Handelns verlegen wir sofort unser Ich in die
fremde Menschenhülle, und damit stecken wir auch im fremden Handeln.
Und diese Verlegung unseres Ichs, die einfach schon mit der Wahr-
uehmung eins ist, die haben wir nicht erst zu lernen; im Gegenteil.
Bür das Kind laufen auch die Steine, und so hört der „Naturmensch“
Bas Donnern in unsäglicher Angst als ein Brüllen. Wir, die Mensch
heit u n( j der einzelne Mensch, wir müssen es umgekehrt erst lernen,
Baß nicht jegliches Geschehen gleich aus dem Spiegelbilde unseres
fchs zu erfassen sei. Vorher nehmen wir eben alles Geschehen als
ein Handeln wahr, jedes duldende Erlebnis sich ablösender Emp
findungen; und stets nach dem Vorbilde unseres eigenen Handelns,
essen Zusammenhang wir ja empfinden, ehe wir ihn denken könnten.
So engt sich die Welt des Handelns, die für das harmlose Be
wußtsein das ganze Geschehen umspannt, erst nach und nach in ihre
rechten Grenzen ein. Grenzen, die schließlich nur jenes Geschehen
umziehen, an dessen „Ursprüngen“, den Knotenpunkten seiner Zu-
sammenhänge, auch für das geläuterte Bewußtsein ein Ich stehen
* ' Uas ist überall dort der Fall, wo wir in unbeirrter Ruhe an-
en > daß sich Geschehen in seinen Zusammenhängen genau so
0 et, wie das eigene Handeln in unserem Ich. Aus jener Ruhe
ucht uns z. B. der Narr auf, und scheidet daher mit seinem Getue
e ° °rt aus der Welt des Handelns aus; er handelt als solcher nicht,
sesse^“"^ 6 ^ ’ °* as na * ve Bewußtsein wird er gehandelt, ist „be-
u ' ^° r a ^ em aber sondert sich jener ungeheure Rest des Ge-
. ens aus > das uns harmloser irre macht an jenen „Rückschlüssen“,
uns 1 m ^ a ^ en w * r Bann den Schlüssel verloren; es entseelt sich für
zu ' eS W * r< * Uatur. Wir wissen es nicht weiter aus seinem Gehalte
verstehen, und suchen es nur mehr zu begreifen.
reilich, es bedarf nur der Zerfällung des Erlebten, und wir ver-
sin S °*° rt aucl1 für jene echte Welt des Handelns ein Gegenüber
g C . er und seelischer Natur einzutauschen, einen „Parallelismus der
dune ein ? ngenl< ’ s °f ern wir nur einmal soweit sind, unsere Empfin-
auch S d” C ' t ZU ^ atur zu entseelen. Diese gültige Möglichkeit, hier
w • s 38 Zerfällte zu erkennen, verwirklicht sich mit aller Natur-
enschaft vom Menschen. Aber sie entbindet doch nie und
V ' G0ttl - 0 “liHe„£ el a, Wirtschaft als Labea. II