Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes“, 
So erfahren wir es ewiglich von neuem, daß unser Können nicht 
Schritt hält mit unserem Wollen; der Erfolg bleibt hinter unserem 
ursprünglichen Streben zurück. Dieses Hinken des Erfolges tritt schon 
im einzelnen nur zu oft ein; unfehlbar jedoch, wenn wir ins Ganze 
rechnen. Da ergibt sich dann, daß nicht unserem Wollen, aber unserem 
Können starre Grenzen gezogen sind. Gegen diese Grenzen rennt 
unser Handeln überallhin an. Wer sie im voraus in acht behält, 
mildert wohl den Anprall; aber daß solche Grenzen da sind, bleibt 
als Erfahrung niemand erspart. 
Hierin beruht nun so ein letzter Tatbestand, um dessen willen 
sich seitliche Zusammenhänge im Handeln knüpfen. Unser Wollen 
unbegrenzt, unser Können begrenzt, das reimt sich nur zu der bitteren 
Einsicht zusammen, daß sich nie ein Streben erfüllen läßt, 
ohne dem Erfolge anderer Streben in irgendeiner Weise 
Abbruch zu tun. Denn alle Erfüllung nagt an der Erfüllbarkeit 
des Unerfüllten. So waltet das eine, das Grundverhältnis der Not. 
Es mutet wie ein Segen an, den Fluch ausgleichend, der mit 
der Not auf dem Handeln lastet, wenn es uns allezeit freisteht, durch 
vereintes Streben Erfolge zu erreichen, die dem einzelnen Streben 
versagt blieben. Auch dahinter birgt sich nun ein letzter Tatbestand, 
der ganz unmittelbar dem seitlichen Zusammenhang im Handeln 
unterliegt. Mit der Art und Weise, wie sich das einzelne Streben 
in der Wucht seiner Erfüllung zu steigern weiß, kraft 
des Daseins einer Mehrheit von Handelnden, damit bringt 
sich das Walten des anderen der beiden Grundverhältnisse zum Aus 
druck, jenes der Macht. Mögen Sie nicht übersehen, daß ich hier 
genau so wenig eine „Definition der Macht“ liefern will, wie dort eine 
„Definition der Not“. Diese Ausdrücke bedeuten nicht einmal die 
Namen, sie dienen mir als bloße Stichworte jener Grundver- 
hältnisse; sie sollen einfach die Gedanken auf jene letzten Tatbestände 
lenken, die ich flüchtig geschildert habe. Das sind aber so lapidare 
Gemeinplätze, daß man unwillkürlich nach einem markigen Ausdruck 
hascht. 
Not und Macht, im Bilde gesprochen, stellen die beiden Brenn 
punkte vor, von denen alle seitlichen Zusammenhänge im Handeln 
ausstrahlen. Wie sich das früher berührte Auseinander der Hand 
lungen aus den strebigen Zusammenhängen spinnt, so das Wegen 
einander aus den notbedungenen, das Miteinander aus den 
machtbedingenden. Ein Dreierlei der Zusammenhänge, von denen 
das lebendige Flechtwerk des Alltags in dichter und unendlich mannig 
faltiger Verschlingung gewoben wird.
	        
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