Full text : Wirtschaft als Leben

Haushalten  und  Unternehmen,  VI.

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Platz  finden.  Der  Umstand,  daß  neben  dem  rückschauenden  allemal
auch  das  beteiligte,  das  lebendige  Denken  zu  beachten  bleibt,  wenn
die  Sache  zu  ihrem  vollen  Rechte  kommen  soll,  er  verwickelt  ja  das
Verhältnis  von  Denken  und  Erfahrung  so  überaus,  wo  immer  wir  es
mit  der  Welt  des  Handelns  zu  tun  haben  —  Verwicklungen,  in  die  ich
mich  auch  an  dieser  Stelle  nicht  verlieren  dürfte.  Es  gilt  ohnehin,
daß  alles  Eingehen  auf  diese  Welt  stets  zum  Zerfließen  neigt,  je  hingebender ­
  es  dem  Wesen  dieser  Welt  bleibt,  die  nicht  minder,  als  echtes
Kind  unseres  Geistes,  eitel  Zusammenhang  ist.
Für  unser  Denken,  soweit  es  die  fraglichen  Inhalte  in  sich  schließt,
sind  aber  nicht  die  Handlungen  selber  da,  in  ihrer  Allbedungenheit.
Dieses  Denken  erfaßt  ja  die  Wiederkehr  im  Geschehen,  und  das
fließende  Geschehen  muß  ihm  daraufhin  zu  lauter  Zuständen  gerinnen. ­
  Jene  Allbedungenheit  aber,  die  wird  im  selben  Verlaufe  als
die  Gliederung  des  wiederkehrenden  Geschehens  erfaßt.
Wenn  sich  unter  den  Handlungen  Zusammenhang  knüpft,  so  versteift
sich  dieser  Zusammenhang  im  Zuständlichen  zur  Gliederung:  zur
Art  und  Weise,  in  der  sich  zu  einem  beliebigen  Zeitpunkte  eine  Vielheit ­
  von  Teilzuständen  zu  einem  abgeschlossenen  Ganzen  zurechtfügt  I
Im  gesamten  also,  löst  man  die  Inhalte  unseres  Denkens  auf,  die
in  Worte  wie  „Staat“,  „Universität“  usw.  fallweise  einschlüpfen,  so
ergibt  sich  ungefähr  das  folgende  Bild.  Vor  unserem  Denken  zieht
sich  ein  ganzes  Bündel  von  wiederkehrendem  Geschehen  durch  die  Zeit,
in  solcher  Gliederung,  daß  sich  das  Geschehen  zu  jedem  beliebigen
Zeitpunkte  allseitig  im  Dasein  bedingt.  Eines  scheint  um  aller,  alle
um  eines  willen  da.  Diese  Gliederung  setzt  in  keinem  Augenblicke  aus;
sie  schiebt  sich  mit  dem  Geschehen  in  die  Zeit  weiter.  Das  will  sagen,
es  wälzt  sich  das  Geschehen  in  solcher  Gliederung  durch  die  Zeit,  daß
schon  die  Art,  wie  es  gegliedert  ist,  seine  stetige  Wiederkehr
verbürgt.
Nun  erleidet  diese  Wiederkehr  zwar  ununterbrochen  die  vielfachsten
Störungen.  Solange  aber  die  Störung  der  Wiederkehr  nicht  auch  eine
Störung  der  Gliederung  mit  sich  bringt,  solange  es  vielmehr,  im  steten
Wandel  der  Zustände,  nur  zu  einer  stetigen  Umgliederung  kommt,
solange  reißt  auch  der  „rote  Faden“  nicht  ab.  Er  knüpft  im  Sinne
der  Gliederung,  q uer  ü b er  den  Zeitenlauf,  Teilzustand  an  Teilzustand;
im  Sinne  der  Umgliederung,  dem  Zeitenlauf  entlang,  Gesamtzustand
an  Gesamtzustand.  So  verschnürt  er,  gleichsam  übers  Kreuz,  eine
Vielheit  von  sonderartigen  Zuständen  zu  einer  gedrungenen  Einheit.
Das  höhere  Geschehen,  das  unser  Denken  erfaßt,  die  Entwicklung,
ist  hier  eine  Umbildung  nicht  einfach  im  Hergang  des  Handelns,  son-
            
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