Full text : Wirtschaft als Leben

Haushalten  und  Unternehmen,  X.

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ein  Anderes  nicht  beirren.  Unser  Denken  weiß  auch  Geschehen  einheitlich
umzuformen,  dessen  Einheit  nicht  durch  das  lebendige  Denken
hindurchgegangen  ist.  Auch  diese,  mehr  lockeren  Einheiten  werden,
als  Inhalte  unseres  Denkens,  an  Worten  sprachflüssig.  Und  das  Wort,  das
einschichtig  gleich  dem  Namen  eines  Zuständlichen  Gebildes  auftritt,  übernimmt ­
  es  auch  hier  recht  gern,  unserem  Denken  den  Unterschied  zu  verschleiern. ­
  Man  spricht  von  der  „Berliner  Milchversorgung“  äußerlich  nicht
anders  als  von  der  „Stadt  Berlin“.  Und  doch  handelt  es  sich  dort  um  eine
Vielzahl  von  „Vorgängen“,  die  nur  als  vereinzelte  zu  Inhalten  des
lebendigen  Denkens  werden.  Im  Grundsätze  findet  erst  unser  überblickendes,
«platonisches“  Denken  jene  „Reihe“  heraus,  die  hier  zum  Denken  einer
Einheit  den  Anlaß  gibt;  ein  Verhältnis,  das  selbst  dann  gilt,  wenn  sich  ein
früherer  „EinzelVorgang“  zergliedert  hätte.  So  denkt  der  „Milchproduzent
so  recht  nur  bis  zum  „Milchhändler“  vor,  der  „Milchkonsument“  nur  zum
„Milchhändler“  zurück;  für  das  richtige  Stadtkind  kann  die  „Milch“  etwas
schlechthin  „Käufliches“  sein,  braucht  nicht  als  „Gemolkenes“  in  seinen  Anschauungen ­
  zu  leben.  Nur  der  „Milchhändler“,  der  zufälligen  Gage
ha lber,  denkt  vom  A  bis  zum  C  der  Reihe!  (Woraus  sich  im  ungezwungenen ­
  Fortschluß  erklärt,  weshalb  die  Wissenschaft,  die  es  auf  die  Zusammenhänge ­
  nur  der  letzteren  selbst  wegen  abgesehen  hat,  den  „Kontorduft“ ­
  nie  ganz  verlieren  will.  Auch  daraus  erscheint  ihre  jugendliche  Verirrung,
  die  Wendung  gegen  die  „Güter“,  verzeihlicher;  aber  niemals
gerechtfertigt,  da  selbst  der  Alltag  immer  noch  ein  bißchen  mehr  ist,  als  ein
großes  Kaufhaus.)  Im  Grundsätze  aber,  wie  gesagt,  wird  jene  „Reihe“  ausschlaggebend
  nur  für  das  überblickende  Denken;  nicht  für  das  lebendige,
als  solches.  Das  hindert  nicht,  daß  sich  die  Beteiligten  selber  zum  überblickenden ­
  Denken  aufschwingen,  um  etwa  einer  besseren  „Organisation“
vorzuarbeiten.  Aber  gerade  deshalb,  weil  hier  das  „Vorgehen“  nicht  in

Einheit

an  einen  schöpferischen  Begriff  gebunden  erscheint,  fehlt  das

Wesentliche  zum  Zuständlichen  Gebilde;  es  handelt  sich  bloß  um  einen
„Zuständlichen  Vorgang“.  Hier  kann  man  eher  von  einem  „Zweckbegriff“ ­
  reden;  obwohl  sich  auch  dabei  die  rückständige  Denkweise  sofort
der  rückständigen  Wissenschaft  verbindet,  und  den  Blick  nur  auf  die
wandernde  „Milch“  lenkt,  während  die  Menschen  bloß  dazu  da  sind,  daß
jenes  „Gut“  durch  ihrer  Hände  Kette  geht.  So  würde  man  auch  von  dem
„Verkehre“  unserer  Zeit  nicht  soviel  Aufhebens  machen,  wenn  nicht  das
theoretisierende  Denken  des  Alltags  im  Zeichen  des  Wortes  stünde.  Der
Alltag  ist  darin  um  ein  gesegnet  Menschenalter  hinter  seiner  Wissenschaft
zurück,  und  so  steckt  in  seiner  Denkweise  recht  viel  altes  Eisen  —  man
drückt  dies  im  Alltage  selbst  viel  kürzer  durch  das  Wort  „modern“  aus!
Jener  „Zuständliche  Vorgang“,  nebenbei  gesagt,  ist  die  Form,  in  der  wir
            
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