Haushalten und Unternehmen, XIII,
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ohne das „Greifbare“ mit dem Wortgelichter fertig wird, sich frei nach den
Ansprüchen seines lebendigen Inhaltes zu bewegen vermag — drüben ist
das Denken an gewisse Worte, die daraufhin als Grenzworte erscheinen,
so bedingungslos ausgeliefert, so im Wesen zu einem Hantieren mit diesen
„letzten Begriffen“ gezwungen, daß es unverständig wäre, dieses Denken ein
„wortseliges“ zu nennen; solange es in seinen Schranken bleibt, ist es genau
so wenig wie das juristische Denken „wortselig“; das hieße dem Schornstein
feger seine Verfassung zum Vorwurf machen.
Scheinbar gibt es eine metaphysische Frage, an der die unzerfällende
Erkenntnis ganz unmittelbar interessiert ist: die „Freiheit des Willens“.
Wie sehr diese Frage, um sie überhaupt ernst zu nehmen, eine meta
physische ist, beweist, daß von jenen beiden Spielarten erfahrungs
wissenschaftlicher Erkenntnis die eine sie nicht aufwerfen kann, die
andere sie nicht aufwerfen darf! Die Naturwissenschaft spricht von
jener „Willensfreiheit“ wie der Blindgeborene von der Farbe; sie wüßte das
Problem gar nicht zu formulieren, ohne Fehltritte in die unzerfallende Er
kenntnis. Wer sich darüber hinaussetzt, und nun mit der „Kausalität“, wie
Sle ^ er Naturwissenschaft im Kerne steht, jene „Willensfreiheit“ tot
schlagen will, d er pn e ; nen gewaltigen Lufthieb — als ein Opfer jener Ver-
nnung, über die ich keine Silbe mehr verliere; im Äußeren ist da ein
^wbolischer Schabernack des Wortes geschäftig. Vom Boden der unzer-
a enden Erkenntnis aus wäre das Problem wohl zu formulieren; nur
von diesem Boden aus! Der Frage aber nach der „Freiheit des Willens“
k lr lieh Raum geben, das wäre der Selbstmord der unzerfällenden Er-
enntnis; denn übersetzt man die Welt des Handelns, das unserem Denken
gichtigst Gegebene, ins Metaphysische, dann lautet sie „Willensfreiheit“!
au^ a ' 3er ^ es ^ a ^h glaubt, daß alle unzerfällende Erkenntnis erst an das J a
lieh t ^' 6Se met;a physische Frage gekettet wäre, der versinkt in jenem kläg-
der p n Skeptizismus, in dessen Geiste alle Wissenschaft mit der Bejahung
rage stehen und fallen würde: „Ist Erkenntnis überhaupt möglich?“
XIII.
, . hrauc ht freilich nicht jeder zu
Der Wiederkehr im Hände n yoo Ge bilden bemühen.
achten; nicht jeder muß sich um das en ^ eben mit oder ohne
Für Die, die im Augenblicke leben, ^ chenwerk des Allzusammen-
Willen die Anderen etwas weiter. Das ^ solche Eintagsfliegen zu
hanges ist gleichsam dicht genug, um aU ^ m aus den Zusammen
verstricken. Aber gesponnen ist es vor a Auge n hat. Ich
hängen des Handelns, das lebendige