Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes“, 
VII. 
Mit der „berichtenden“ und der „schildernden“ Wissenschaft, da 
halten wir immer noch bei möglichen Wissenschaften; hergeleitet 
aus der ganzen Lage unserer Erkenntnis. Aber diese Wissenschaften 
stehen nicht auf dem Papiere; sie lassen sich tatsächlich in der Historie 
und in der Nationalökonomie wiederfinden. Wenn ich die be 
richtende Wissenschaft in der Historie erkenne, so wird man schlimmsten 
Falles finden, daß ich mich zu einer sehr „orthodoxen“ Auffassung 
bekenne. Es kommt da zu einer seltsamen Übereinstimmung. Die 
Wissenschaft vom nüchternen Alltag, die wird von Außenstehenden 
immerzu als eine „praktische“ verkannt; obwohl sie es genau so wenig 
ist, wie etwa die Astronomie eine „weltbewegende“ wäre, oder der 
Meteorologe ein Wettermacher. Der Einschluß einer „praktischen 
Nationalökonomie“, die sich mit dem Namen nur soweit deckt, als es 
bestimmte Lehrzwecke notwendig machen, leistet dieser Verkennung 
einigen Vorschub. So wird auch — als triebe der nämliche Trug 
schluß vom Stoff auf die Erkenntnis sein Wesen — keine Wissenschaft 
so sehr als eine „veraltete“ ausposaunt wie gerade die Historie, die 
Wissenschaft von den Großen Tagen der Vergangenheit. Über die 
Sucht ihrer Verneuerung war ja Einiges anzudeuten. 
Aber wie nun, wenn ich die schildernde Wissenschaft mit der 
Nationalökonomie gleichsetze 1 Es ist klar, daß ich die letztere 
Wissenschaft dann in alles weniger denn „orthodoxem“ Sinne verstehe. 
Ich habe trotzdem keine Nationalökonomie der Zukunft vor Augen, 
sondern klipp und klar die lebensvolle unserer Zeit, 
vor allem der deutschen Gegenwart. Wie es sich ziemt, 
erhellen damit diese ganzen Erwägungen als ein Treppenwitz der 
schöpferisch vorangegangenen Forschung. Auch in eigenster Sache 
handelt es sich um keinerlei Theorie ins Blitzblaue. Es sind gleichsam 
Verlängerungen über gewisse Zutaten zur nationalökonomischen For 
schung hinaus, die über diesen Erwägungen absehbarer werden. 
Mit dem Worte „Wirtschaft“ bringt mich die engere Sache noch 
in Berührung. Von ihm selber ist die rührende Meinung zu trennen, 
daß die Nationalökonomie ihres Wesens Art aus diesem Worte „heraus 
klauben“ könnte. Einer Polemik bedarf es da nicht. Der Auslauf 
dieser Erwägungen bringt die Sache mittelbar besser ins Reine. Ein 
kurzes Sprüchlein sei mir nur zu dem „Wirtschaftlichen Prin 
zip“ erlaubt. Es ist so anerkannt und von so scharfen Denkern — 
auch unter den Logikern — auf gut Treu und Glauben übernommen
	        
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