Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

Ströme  zu  folgen.  So  bleibt  man  ganz  von  selber  dem  allerderbsten
Geäder  des  Allzusammenhanges  auf  der  Spur.  Hier  aber  liegt,  in  ewiger
Unruhe,  das  Flechtwerk  vor,  mit  dem  sich  der  Allzusammenhang
darstellt,  nach  Zustand  und  Entwicklung  erfaßt.  Hier  erheischt  es  einen
höchst  geläuterten  Durchblick  und  eine  große  Umsicht,  um  aus
diesem  Gewirre,  dessen  Linien  einander  nur  im  Reichtume  ihrer  Verzweigungen ­
  überbieten,  jenes  Wenige  für  die  Lehre  auszulösen,  das  den
Rest  entbehrlich  macht.
Ehe  die  didaktische  Reduktion  als  eine  so  lebenswahre
möglich  wird,  so  aus  dem  Mark  der  Wissenschaft  genommen,  muß
sich  ein  reicher  Schatz  des  Wissens  aufgespeichert  haben.  Was  ihrer
glücklicheren  Schwester  in  den  Schoß  fällt,  das  winkt  der  schildernden
Wissenschaft  erst  als  Preis  gewaltiger  Forschungsarbeit!  In  der  Tat,
auch  da  hinaus  geht  der  Fortschritt  der  schildernden  Wissenschaft.  Sie
weiß  sich  immer  lehrhafter  zu  geben,  liefert  sich  dem  Unterricht  in
steigend  gedrungener,  übersichtlicher  Gestalt  aus,  als  ein  immer  hellerer
Abglanz  ihres  wahren  Inhaltes.  Und  dies,  obwohl  im  selben  Laufe
ihr  Inhalt  immer  gewaltiger  über  das  Maß  dessen  anschwillt,  was  dem
Unterrichte  frommen  könnte.  Je  mehr  diese  Wissenschaft  „gelehrter
Einzelforschung“  überantwortet  wird,  die  sich  für  den  Laienblick  vom
Hundertsten  ins  Tausendste  zu  verlieren  scheint,  desto  frischer  und  fröhlicher ­
  quillt  der  Born  der  Lehre  aus  ihr.

IX.
Die  Nationalökonomie,  von  der  ich  zeigen  will,  daß  sich  in
ihr  die  schildernde  Wissenschaft  erfüllt,  ist  erst  in  unseren  Tagen  bis
zu  diesem  Grad  der  Entwicklung  gediehen.  Die  zweite  Hälfte  des
Jahrhunderts,  das  eben  zu  Ende  ging,  hat  in  steigender  Fülle  Arbeit
auf  Arbeit  gehäuft;  so  ist  allmählich  die  Grundlage  geschaffen,  von  der
aus  jene  lebenswahre  Reduktion  möglich  wird.  Die  hochbedeutsamen
Spuren  dieser  Wandlung  sind  nicht  ausgeblieben.  Wir  fangen  an,
Lehrbücher  der  Nationalökonomie  zu  besitzen,  weil  die  Nationalökonomie
endlich  aufgehört  hat,  eine  Wissenschaft  der  Lehrbücher  zu  sein.  Das
ist  kein  Spiel  mit  Worten.  Gerade  dieses  Paradoxon  will  erklärt  sein,
um  zu  beweisen,  daß  Nationalökonomie  und  schildernde
Wissenschaft  Eines  sind.
Die  landläufige  Meinung  über  eine  Wissenschaft  führt  stets  auf
ihre  Lehrbücher  zurück.  Das  gilt  für  alle  Dauer,  in  einer  eigentümlichen ­
  Weise  aber  schon  für  den  ersten  Anfang.  Alle  Wissenschaften,
            
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