Full text : Wirtschaft als Leben

Abschnitt  III.

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lassen  hinnimmt,  wie  im  anderen  Falle  ein  Schriftstück,  obwohl  dieses
schon  gar  eine  ganz  wunderbare  Geschehensverflechtung  darstellt.
Seien  wir  uns  aber  klar,  daß  streng  genommen  nur  jene  eigentümlichen ­
  Formen  des  Gesteines  die  Tatsachen  sind,
bei  denen  die  Interpretation  einsetzt.  Auch  liegt  es  nahe,
daß  gerade  jener  erste  Teil  der  Interpretation  für  uns  vom  größten
Interesse  ist.  Er  stellt  die  Basis  der  ganzen  Interpretation  dar,  mit
ihm  entscheidet  es  sich,  daß  historische  Erkenntnis
am  Werke  ist;  und  so  muß  sich  an  ihm  auch  die  Natur  des
Geschehens  offenbaren,  dem  sich  die  historische  Erkenntnis  zuwendet.
Sehen  wir  uns  also  diesen  ersten  Teil  der  Interpretation  etwas
näher  an.
Die  Wahrnehmung,  daß  gewisse  Formen  des  Gesteines  so  seltsam
regelmäßig  sind,  macht  uns  wohl  stutzig  und  fordert  sogleich  zu  einer
Interpretation  heraus,  die  von  der  naturwissenschaftlichen  abweicht.
Ihr  besonderes  Gepräge  erhält  diese  Interpretation  aber  durch  etwas,
das  sich  am  besten  gleich  an  unserem  Beispiele  demonstrieren  läßt.
Wir  nehmen  da  unter  anderem  ebene  Flächen  wahr;  weil  aber  das  Gestein
sonst  überall  eine  rauhe,  wellige  Oberfläche  zeigt,  schließen  wir,  daß
hier  ein  Ebnen  vorgegangen  ist.  In  ähnlicher  Weise  schließen  wir  aus
den  bezüglichen  Formen  des  Gesteines,  daß  auch  ein  Einritzen  erfolgt
ist,  auch  ein  Eintreiben  von  Löchern,  und  so  auch  ein  Abspalten  von
Stufen.  Diese  Ausdrücke  beziehen  sich  zwar  sämtlich  schon  auf  ein
Tun  der  Menschenhand.  Im  Augenblicke  sollen  sie  aber  nur  schlechthin
ein  Geschehen  bezeichnen,  und  zwar  ein  Geschehen,  das  wir  ausdrücklich ­
  nur  als  eine  Formveränderung  erfassen.  Zunächst  ist
also  ein  mehrfaches  Geschehen  da.  Es  besteht  kein  Zweifel,  daß  man
ein  jedes  dieser  Geschehen  für  sich  als  ein  System  kausaler  Verkettungen ­
  auflösen  könnte.  Von  dieser  Aufgabe  kehrt  sich  jedoch
unser  Interesse  deshalb  ab,  weil  wir  zu  gleicher  Zeit  erkennen,
daß  jenes  Mehrerlei  von  Geschehen  in  einer  ganz
besonderen  Weise  zu  einem  einzigen  Geschehen  verflochten ­
  ist.
Wie  dies  zu  verstehen  sei,  will  ich  dann  sofort  zeigen  und  schicke
nur  eine  Verwahrung  voraus.  Wenn  unsere  Erkenntnis  jener  Verflechtung ­
  im  Geschehen  Rechnung  trägt  und  so  den  seltsamen  Formen
im  Gestein  ein  fortlaufendes  Geschehen  unterlegt,  aus  dem  sie  gleichsam
erstehen,  so  läuft  dies  bloß  im  tatsächlichen  Erfolg  auf
eine  „Erklärung“  der  fraglichen  Formen  hinaus.  Es  ist
eben  für  die  ganze  Situation  bezeichnend,  daß  die  Möglichkeit  jener
Verflechtung  nur  aufzutauchen  braucht,  und  sofort  hört  das  Ver ­
            
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