Full text : Wirtschaft als Leben

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„Freiheit  vom  Worte“,

unserer  Wissenschaft,  an  einen  vereinzelten  „Fall“  von  Wirtschaft,,
nämlich  an  das  „heutige“  Wirtschaftsleben!  Wahrhaft  innerlich  verloren. ­
  Es  ist  nicht  an  dem,  daß  sich  der  Inhalt  der  herkömmlichen
Theorie  darin  erschöpft,  ein  Gedankenbild  zurecht  zu  zimmern  ausschließlich ­
  von  der  heutigen  Wirtschaftsweise,  sagen  wir  von  der  „Erwerbswirtschaft“ ­
  —  alle  wirtschaftliche  Selbstbehauptung  ist  heute  Erwerb ­
  von  Einkommen,  und  beim  unternehmungsweisen  Erwerb  die
Aktivität  der  Wirtschaft.  Auf  das  Besondere  dieser  Wirtschaftsweise,
das  ist  das  Bedenkliche,  hat  sich  die  Theorie  gleich  von  Grund  aus
festgelegt.  Daraus  erwachsen  für  die  Denkbewegung  in  der  herkömmlichen ­
  Theorie  geheime  Bindungen;  geheim,  weil  sich  der  Theoretiker
ihrer  gar  nicht  bewußt  ist.  So  denkt  er  gleichsam  zwangsläufig  in
der  Ausrichtung  auf  das  geschichtlich  Zufällige  der  „Erwerbswirtschaft“.
Was  da  unterläuft,  darf  man  nicht  so  ausdrücken,  als  bediene  sich  diese
Theorie  eines  Begriffsapparates,  der  „auf  die  Erwerbswirtschaft  zugeschnitten“ ­
  wäre.  Entscheidend  sind  dafür  allerdings  die  sogenannten
„Grundbegriffe“.  Diese  aber,  das  wird  noch  klarer,  legen  das  Denken
keineswegs  auf  bestimmte  Begriffsinhalte  fest,  sondern  auf  bestimmte
Probleme.  Und  so  enthüllen  sich  jene  Bindungen  darin,  daß  die  herkömmliche ­
  Theorie  —  kraft  der  Gewalt  von  problemvertretenden
Worten  —  eingebunden  bleibt  in  eine  auf  die  „Erwerbswirtschaft“  zugeschnittene ­
  Problematik  1  Offenbar  fällt  es  der  allwirtschaftlichen  Auffassung ­
  als  Aufgabe  zu,  der  Theorie  herauszuhelfen  aus  dieser  fatalen
Verstrickung  ins  „Erwerbswirtschaftliche“.
Es  ist  klar,  wie  böse  sich  die  Erkenntnis  verzerren  muß,  wenn  die
Theorie,  wider  Willen  und  Wissen,  an  jedes  beliebige  Wirtschaftsleben
immer  nur  die  einseitig  der  „Erwerbswirtschaft“  abgesehenen  Probleme
heranbringt;  oder,  falls  man  dieses  Klischee  vorzieht,  wenn  die  Theorie
über  Wirtschaft  überhaupt  bloß  in  erwerbswirtschaftlichen  Kategorien
zu  denken  vermag.  Z.  B.  also,  daß  sie  überall  nur  das  tauschmäßige
Größenspiel  einzelner  Handlungen  vor  sich  sieht,  die  immerzu  auf
Tauschgewinn,  ob  nun  in  „Geld“  oder  „Wert“,  ausgerichtet  ablaufen,  in
ihrer  Vereinzelung  stets  wieder  nach  „Nutzen  und  Kosten“  beurteilt,  usw.
Gleichwie  Faust  Helena  in  jedem  Weibe,  erblickt  die  herkömmliche
Theorie  Erwerb  in  jeder  Wirtschaft.  Die  Rolle  des  Zaubertränkleins
spielt  hier  die  Auffassung  der  „klassischen“  Schule.  Von  ihr  kommt
ja  die  Theorie  auch  dann  nicht  los,  sobald  sie  den  „Klassikern“  im
Äußeren  widerspricht:  denn  ob  man  nun  z.  B.  „objektiv“  oder  „subjektiv“, ­
  wie  es  so  schön  auseinandergehalten  wird,  die  Entscheidung
über  das  Größenspiel  der  Handlungen  im  Tausche  fallen  sieht,  das
verschlägt  auch  nicht  das  mindeste,  solange  man  eben  stets  wieder  die
            
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