Abschnitt II.
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erscheint, als Denkfaulenzer. Um soviel bequemer vermag man dann
auch umfassendere, verwickeltere Zusammenhänge zu entwirren. Und
so ist es mit allen diesen „Naturgesetzen der Wirtschaft“. Was an
Zusammenhang mit ihnen aufgegriffen wird, erweist sich allerdings als
ein zwingender und muß vom praktischen Leben gewaltig respektiert
werden; zwingend aber ist dies kraft des Zwangs der Vernunft im
Handeln I Eben darum ist dieser Zusammenhang ganz und gar durch
schaubar, und ihn zu durchschauen, das besorgt allemal schon die
Praxis; Wissenschaft hinkt da nur hinterher, auch wenn sie sich noch
soviel zugute tut auf diese „Gesetze“. Hier enthüllt sich der schroffe
Gegensatz zu jener blinden Notwendigkeit, die mit dem echten Natur
gesetz erfaßt wird und als dieses erarbeitet ist, im Sinne einer höchsten
Leistung der Erkenntnis. Das Fallgesetz, als Beispiel dafür, gilt nach
der Formel: warum — darum. Ein Denken über diesen Zusammen
hang, wie ihn das Gesetz in mathematischer Zuschärfung darlegt, ver
sagt sich gänzlich; man muß ihn blindlings hinnehmen, kann über
haupt erst mit seiner Hilfe tiefer denken. Das naturwissenschaftliche
Gesetz ist einfach das Erkenntnismitte], um selbst über ein an sich
Zusammenhangloses nach dem Satz vom zureichenden Grunde denken,
das will sagen, Zusammenhang bejahen zu können. Darum ist das
Suchen nach Gesetzen ein Erkenntnisziel wohl in der Naturwissen
schaft, die vor der unendlichen Mannigfaltigkeit der Erscheinungen
steht, der nur zeitlich-räumlich geordneten, an sich zusammenhanglosen
Erscheinungen. Ist doch das erfahrende Denken der Naturwissenschaft
soweithin ein künstliches, als es ein vom selber erlebten Zusammen
hang aller Erlebnisse abstrahierendes Denken ist. Bei uns aber strotzt
schon alles Erfahrene von Zusammenhang, jede einzelne Tatsache tut
es so, als „Faktum“, im Gegensatz zu den naturwissenschaftlichen Tat
sachen, den bloßen „Daten“. Denn unser erfahrendes Denken greift
die empirische Wirklichkeit, das anschaulich Erlebte, gleich beim selber
erlebten Zusammenhang auf: bei jenem Zusammenhang nämlich, der
sich in der einfachsten Form dem Wollen entlang, über das Können
hinweg, zur Erfüllung hin flicht; wofür das gewöhnliche Leben einfach
die Aussageform verwendet, das oder jenes sei unter den und den
Umständen „gewollt“, darum geschieht es so und nicht anders. Die
landläufig theoretische Aussageform für diesen ganzen Sachverhalt aber
lautet, wir hätten es in unseren Wissenschaften mit „sinnvollen“ Vor
gängen zu tun, mit einem dem „Verstehen“ zugänglichen Geschehen.
Und so watet auch die Nationalökonomie förmlich in Zusammenhang,
darum ihre sog. „Gesetze“ nur vom Range bloßer Denkbehelfe sin .
Nationalökonomische Theorie aber ausdrücklich auf jenes Zusammen