Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

1.  Bis  zum  Beginn  des  großen  Krieges.

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diesem  Zeitraum  die  Zahl  der  in  Deutschland  ansässigen  Reichsausländer ­
  von  486190  auf  778698  vermehrt  hat.
Die  glänzende  Konjunktur  dieser  Periode  äußerte  sich  vor  allem
auch  in  einer  starken  Erhöhung  der  Preise  und  Löhne,  in  einer  erheblichen ­
  Zunahme  der  Gewinne,  vor  allem  in  Handel  und  Industrie.
Der  Bruttogewinn  der  deutschen  Kreditbanken  stieg  vom  Jahre  1895
(97  Banken)  auf  1900  (118  Banken),  von  158,9  auf  262,0  Millionen
Mark.  Die  Inanspruchnahme  des  Kapitalmarktes  war  eine  ganz  gewaltige. ­
  Bewegte  sich  auch  alles  jetzt  in  wesentlich  solideren  Bahnen
als  in  der  ersten  Hälfte  der  siebziger  Jahre,  so  wurden  auch  jetzt
wieder  zahlreiche  neue  Unternehmungen  gegründet,  alte  erweitert
Die  folgende  Zusammenstellung  gibt  nach  den  Angaben  des  deutschen
Ökonomist  ein  Bild  dieser  Neugründungen.

Neugegründete  Aktiengesellschaften

(n  den  Jahren

Zahl

Nominalkapital
Millionen  Mark

1895

161

250

1896

182

298

1897

214

380

1898

254

463

1899

329

544

1900

261

344

Mit  diesem  zunehmenden  Kapitalbedarf  begann  eine  erhebliche
Steigerung  des  Zinsfußes  einzusetzen,  das  Interesse  des  Publikums
wandte  sich  immer  mehr  den  industriellen  Werten  zu  und  vernachlässigte ­
  in  zunehmendem  Maße  den  Markt  der  Staats-  und  Kommunalanleihen. ­
  In  dem  Maße,  in  dem  die  Aktienkurse  stiegen,  fielen  die.
Kurse  dieser  letztgenannten  Papiere.  Es  sind  das  Zusammenhänge,
die  wir  im  folgenden  Abschnitte  noch  genauer  kennen  lernen  werden.
Die  ersten  Anzeichen  zu  einem  Umschwung  der  Konjunktur ­
  zeigten  sich  bereits  am  Ende  des  Jahres  1899,  als  die
Reichsbank  ihren  Diskontsatz  auf  7  o/o  erhöhte  und  damit  ein  ernstes
Warnungssignal  aufrichtete.  Schon  vorher  war  bei  vielen  Industrieaktien ­
  ein  Kursrückgang  erfolgt.  In  den  Geschäftsberichten  einzelner ­
  Unternehmungen  für  das  Jahr  1899  fanden  sich  bereits  deutliche ­
  Hinweise  darauf,  daß  der  Höhepunkt  der  Konjunktur  wohl  schon
überschritten  sei  und  in  Artikeln  vom  10.  und  11.  April  1900  warnte
die  Frankfurter  Zeitung,  wenn  auch  nicht  zum  ersten  Male,  und  ermahnte ­
  das  Publikum,  seine  Engagements  an  der  Börse  auf  ein
vernünftiges  Maß  zurückzuführen:  „Wenn  erst  die  Konjunktur  greifbar ­
  und  empfindlich  nachzulassen  beginnt,  ist  es  für  solche  Abwick-Mombert,
  Studium  der  Konjunktur.  4
            
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