Full text: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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seit jeher zu bemerken ist. Die Beherrschbarkeit des Geldes würde aber das 
Ende der freien Verkehrswirtschaft bedeuten, sie würde dazu führen, daß man 
ein klares Bild von der Bewegung der Dinge und Leistungen erhielte und 
die Geldbewegung mit dieser aufs engste verknüpft wäre. Der bargeldlose 
Zahlungsverkehr arbeitet einer solchen Entwicklung insoferne vor, als 
er dazu beiträgt, die Beherrschung des Geldes zu erhöhen, insbeson 
dere sein Ausströmen ins Ausland und sein Hereinströmen genau zu erfassen, 
aber auch den inneren Verkehr genau kennen zu lernen. Es scheint daher eine 
Reform, welche nur darauf aus ist, in der im ganzen unveränderten Geld- und 
Kreditordnung die Golddeckung durch eine Naturaliendeckung zu ersetzen, 
nicht unbedenklich zu sein, während sie als Teil einer umfassen 
deren Maßnahme wohl bedeutsam werden kann. 
Sollte die Entwicklung ungefähr den von uns angedeuteten Weg nehmen, 
dann hat die Auffassung vom Geld in den letzten drei Jahrhunderten drei 
große Perioden erlebt. Einst war das Geld ein Hilsmittel, um die vor 
handenen produktiven Kräfte zu beleben und miteinander zu verknüpfen. Die 
Vertreter der Geldwirtschaft priesen das Geld als ein Werkzeug, welches den 
Reichtum des Landes durch seine Vermehrung vermehre. Dann wurde das 
Geld mehr als Tauschmittel aufgefaßt; es sollte einen Austausch erleichtern, 
der in ähnlicher Weise ohne dasselbe, wenn auch wesentlich unzweckmäßiger, 
hätte stattfinden können, wobei aber die Kaufkraft des Geldes wesentlich von 
seiner Menge abhing. 
Schließlich würde das Geld als selbständige Wesenheit überhaupt aus der 
Betrachtung verschwinden und nur noch als Recheneinheit, gebunden an die 
Dinge, sein Leben weiterfristen, bis es vielleicht auch diesen Schatten von 
Wesenheit einmal verliert. Wir stehen heute mitten in einer großen Wandlung, 
und es ist uns in ähnlicher Weise wie längst vergangenen Zeitaltern wieder 
einmal vergönnt, in die Werkstatt der sich umformenden Wirtschaftsordnung 
hineinzublicken, wo Versuche und Bestrebungen aller Art nebeneinander bestehen, 
bis einmal ein Ergebnis erzielt wird, das späteren Geschlechtern als ge 
schlossene Einheit entgegentritt.
	        
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