Object: Volkswirtschaftspolitik

Arbeiterschutzpolitik. 
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träglichkeiten für den Betrieb -verbunden ist, welche die Unter-, 
nehmer veranlassen, darauf überhaupt zu verzichten. Maß 
halten, Berücksichtigung der nllgenieinen wirtschaftlichen Lage 
und Vermeidung überstürzten Vorgehens ist deshalb durch 
die Verhältnisse durchaus geboten. Im übrigen bedarf es 
dabei einer Anpassung an die besonderen Verhältnisse und 
Bedürfnisse der einzelnen Länder. Eine weitgehende all 
mähliche Annäherung in den Hauptmaßnahmen der Arbeiter 
schutzpolitik wird dadurch nicht ausgeschlossen. 
Die vorstehenden Erwägungen treffen in besonderer 
Schärfe zu für Eingriffe zum Schutze der erwachsenen 
männlichen Arbeiter, weil diese in der Regel die Haupt 
träger des Familieneinkommens sind. Erwachsene männliche 
Arbeiter werden im allgemeinen den „geschützten Arbeitern" 
nicht zugerechnet. Man setzt voraus, daß sie selbst erkennen 
imb wissen, was ihren Verhältnissen und Bedürfnissen ent 
spricht, und man traut ihnen auch die Kraft zu, das als nötig 
Erkannte zu erreichen. Vielfach ist das auch anzunehmen; 
aber es fehlt nicht an Beispielen sowohl mangelnder Einsicht 
als auch unzureichender Kraft zur Erreichung des Not 
wendigen, und die grundsätzliche Ablehnung jedes staatlichen 
Eingreifens zugunsten der erwachsenen Arbeiter läßt sich 
nicht mehr aufrecht erhalten. Nicht nur sind die erwachsenen 
männlichen Arbeiter in die allgenieinen Vorschriften über 
Sonntagsruhe und Gesundheitsschutz hineingezogen ; auch die 
Regelung ihrer Arbeitszeit ist der staatlichen Beeinflussung 
nicht mehr ganz entrückt. Die Frage bietet erheblicheSchwierig- 
keiten. Daß eine übermäßige Ausdehnung der täglichen 
Arbeitszeit auf die Dauer auch den erwachsenen männlichen 
Arbeitern Nachteile bringt, die vom Standpunkte der Volks 
wirtschaft durchaus zu beklagen sind, wird allgemein zu 
gegeben; nicht minder, daß eine gewisse Abkürzung der Arbeits 
zeit sehr erwünscht ist behufs Verminderung der schädlichen
	        
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