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Arbeitslohn und Kapital.
Buch I.
derjenige Teil des Gesamtertrags, welcher auf den zweiten dieser
Faktoren entfällt, wird von ihnen Lohn genannt.
Somit schließt der Ausdruck Arbeit alle menschliche Anstrengung
bei der Lservorbringung von Gütern ein, und der Lohn schließt als
der Teil des Produkts, der auf die Arbeit entfällt, alle Belohnung
für diese Anstrengung ein. Im nationalökonomischen Sinne des Mortes
macht daher die Art der Arbeit, oder ob ihre Belohnung vermittels
eines Arbeitgebers erfolgt oder nicht, keinen Unterschied, sondern „Lohn"
bedeutet die für geleistete Arbeit empfangene Vergütung, im Unter
schied von der Vergütung, die man für den Gebrauch von Kapital er
hält, oder die der Grundbesitzer für den Gebrauch seines Grund und
Bodens empfängt. Der Mann, welcher den Boden für sich bebaut,
empfängt feinen Lohn in seinen Erzeugnissen, so wie er auch Zinsen
und Renten erhält, wenn er sein eigenes Kapital benutzt, und das Land
ihm zu eigen gehört; des Jägers Lohn ist das Mild, das er tötet; des
Fischers Lohn die Fische, die er fängt. Das Gold, welches der für eigene
Rechnung arbeitende Goldgräber auswäscht, ist gerade so gut sein Lohn
wie das Geld, das dem gemieteten Kohlengräber von dem Käufer
seiner Arbeit gezahlt wird*), und die hohen Gewinne der Ladenbesitzer
sind, wie Adam Smith zeigt, zum größten Teil Lohn, indem sie die
Vergütung für ihre Arbeit, nicht für ihr Kapital sind. Kurz, alles was
als Resultat oder Belohnung der Arbeit gewonnen wird, ist „Lohn".
Dies ist alles, was für jetzt über den „Lohn" zu bemerken wäre,
doch ist es wichtig, es im Sinne zu behalten. Denn in den meisten
ökonomischen Werken wird dieser Sinn des Ausdrucks Lohn mit größerer
oder geringerer Klarheit nur anerkannt, um weiterhin ignoriert zu
werden.
Schwerer jedoch ist es, den Begriff des „Kapitals" der Zwei
deutigkeiten, die ihm anhaften, zu entkleiden und den wissenschaft
lichen Sinn des Wortes festzustellen. In der gewöhnlichen Redeweise
nennt man alle Arten von Dingen, die einen wert haben oder einen
Ertrag liefern, Kapital; die ökonomischen Schriftsteller dagegen weichen
so weit voneinander ab, daß man kaum sagen kann, das Wort habe
einen bestimmten Sinn. wir wollen hier die Definitionen einiger
der hervorragendsten Schriftsteller miteinander vergleichen.
Adam Smith sagt (Buch II. Kap. I.):
„Derjenige Teil eines Vermögens, von dem jemand ein Einkommen erwartet,
wird sein Kapital genannt" und definiert, daß das Kapital eines Landes oder
einer Gesellschaft bestehe aus: ;) Maschinen und Werkzeugen, die die Arbeit er
leichtern und abkürzen; 2) Gebäuden, und zwar nicht bloß Wohnungen, sondern auch
solchen, die als Werkzeuge oder geschäftliche Hilfsmittel angesehen werden können,
wie z.B. Läden, Scheunen, Speicher usw.; 3)Verbesserungen des Grund und Bodens,
*) Dies wurde auch in Kalifornien in der gewöhnlichen Redeweise anerkannt; dort
nannte der Goldwäscher seinen Verdienst „Lohn" und je nach dem Betrage des ge
wonnenen Goldes sagte er, er mache hohen oder niedrigen Lohn.