Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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III.  Kapitel.

bestimmungen  unterworfen 1 ).  So  schwankt  das  gesetzlich  geforderte
Normalverhältnis  der  Reserven  zu  den  Depositen  von  12%  bis  22%  Prozent,
wobei  15  bis  20  Prozent  der  gewöhnliche  Prozentsatz  ist.  Bei  der  Reserve
variiert  die  Teilsumme,  welche  aus  Bargeld  bestehen  muß,  zwischen  10  und
50  Prozent  (der  Reserve)  und  beträgt  gewöhnlich  40  Prozent.
Eine  derartige  gesetzliche  Regulierung  der  Bankreserven  ist  jedoch
kein  notwendiges  Entwicklungsergebnis  des  Bankwesens.  In  Kanada  stellt
das  Gesetz  die  Noten  tatsächlich  auf  die  gleiche  Stufe  mit  den  Depositen. ­
  Das  Bankwesen  könnte  in  der  Tat  auch  ohne  jedwede  staatliche
Verfügung  bestehen.  Eine  Illustration  hierzu  liefert  das  „Geld  von  George
Smith“  („George  Smith’s  money“).  Der  Genannte  gründete  im  Verein  mit
Alexander  Mitchell  und  anderen  im  Jahre  1839  eine  Versicherungsgesellschaft, ­
  welche  trotz  des  Verbotes,  „Bankprivilegien“  auszuüben,  dem  Inhaber
auf  Sicht  zahlbare  Depositenzertifikate  herausgab,  und  diese  Zertifikate  gelangten ­
  tatsächlich  wie  Banknoten  in  Umlauf *  2 ).
§4.
Das  Studium  der  Bankgeschäfte  führt  uns  also  zwei  Umlaufsmittelgattungen ­
  vor  Augen:  erstens  die  zur  Kategorie  des  Geldes  gehörenden  Banknoten ­
  und  zweitens  die  Depositen,  die  zwar  außerhalb  dieser  Kategorie
liegen,  jedoch  einen  ausgezeichneten  Ersatz  für  Geld  darstellen.  Wenn  wir
diese  Depositen  zu  der  umfassenderen  Kategorie  der  Güter  zählen,  so  können
wir  die  Güter  in  drei  Klassen  einteilen,  nämlich:  1.  in  Geld,  2.  in  Depositenumlaufsmittel ­
  oder  einfach  Depositen  und  3.  in  alle  anderen  Güter.  Unter
diesen  Gütern  gibt  es  sechs  mögliche  Austauschtypen,  und  zwar:
1.  Geld  gegen  Geld,
2.  Depositen  gegen  Depositen,
3.  Güter  gegen  Güter,
4.  Geld  gegen  Depositen,
5.  Geld  gegen  Güter,
6.  Depositen  gegen  Güter.
Für  unseren  Zweck  sind  nur  die  letzten  beiden  Austauschtypen  von  Bedeutung, ­
  denn  diese  bilden  die  Umlaufsmittelzirkulation  (circulation  of
currency).  Was  die  anderen  vier  Typen  anbelangt,  so  ist  die  erste  bereits

D  „Digest  of  State  Banking  Statutes“  in  Reports  of  the  National  Monetary  Commission,
61.  Kongreß,  2.  Session,  Senatsdokument  Nr.  353.
2 )  Siete  Horace  White,  Money  and  Banking.
            
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