Full text: Bankbuchhaltung

Vorwort 
Nach einer Periode verhängnisvoller Scheinblüte in den Jahren 
der Währungszerrüttung durchlebt jetzt das deutsche Bankwesen 
mit der Gesamtwirtschaft eine heftige Dauerkrise. Die gewaltigen 
eigenen Kapitalverluste, die auf der Verarmung und der Illiqui- 
difierung der Volkswirtschaft beruhende Kapital- und Kreditnot 
und das dadurch bedingte fast völlige Darniederliegen des Börsen- 
geschäftes zwingen die Bankleiter, die in den Inflationsjahren 
aufgeblähten Betriebe abzubauen und zu rationalisieren. Dabei 
muß besonders der Rechnungsapparat nach seiner Zweckmäßigkeit 
durchforscht werden, damit er das ökonomische Prinzip verwirk- 
lichen helfe. Er soll die Dienstleistungen im einzelnen und in ihrer 
Gesamtheit nach Aufwand und Erträgnissen verfolgen und die 
Kapital- und Schuldverhältnisse im Dienste der Zahlungsbereit- 
schaft überwachen. Die Gliederung und der Aufbau des Rech- 
nungswesens müssen so gestaltet sein, daß mit dem geringsten 
Aufwand der höchste Nutz- und Sicherheitseffekt erzielt wird. 
Das vorliegende Werk stellt sich die Aufgabe, in Wesen, Zweck 
und besondere Aufgaben der Bankbuchhaltung, des wichtigsten 
Teiles des bankbetrieblichen Rechnungswesens, einzuführen. Die 
Kenntnis der Doppik wird dabei vorausgesetzt. Es wurde nicht der 
Weg einer isolierten Darstelung der Bankbuchhaltung gewählt, 
weil die tnypischen Merkmale der Bankbuchhaltung sich nur aus 
den Sonderaufgaben eines Instituts des Geld- und Kreditverkehrs 
ableiten lassen. Vielmehr wurde der Weg beschritten, die Buch- 
haltung im Zusammenhang mit dem Durchlauf der Kundenauf- 
träge als Glied der Gesamtorganisation und in ihren Beziehun- 
gen zu den notwendigen Kontrollfunktionen darzustellen. Da 
jeder Bankbetrieb ein individueller Organismus ist, dessen Funk- 
tionen durch Art und Größe der Kundschaft sowie Umfang und 
Richtung der einzelnen Geschäfte stark bedingt und fortdauernd 
beeinflußt werden, ist es nicht möglich, ein für alle Banken pas- 
sendes Normalmuster der Bankbuchhaltung zu bieten. Aus den be- 
sonderen Erfahrungen des Verfassers heraus wurde das Wirken
	        
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