Full text : Deutschlands chemische Industrie

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brand,  Cholera,  Ruhr,  Pest,  Genickstarre,  Tetanus,  Influenza, ­
  Malaria,  Diphtherie  und  endlich  die,  wie  der
Name  sagt,  schwer  erkennbare  Spirochaeta  pallida,  die
blasse  Spirochaete,  der  Erreger  der  Syphilis,  der  erst
1905  von  Schaudinn  durch  ein  besonderes  Färbeverfahren ­
  entdeckt  werden  konnte.  Die  chemische  Industrie
hat  aber  nicht  nur  in  dem  Kampfe  gegen  die  Seuchen
diesen  unmittelbaren  und  wesentlichen  Anteil  genommen,
sie  hat  sich  auch  entschlossen,  selbst  die  Waffen  zu
schmieden,  um  diesen  Kampf  durchzuführen.  Eine  neue
Industrie  wurde  geschaffen,  um  der  im  eminentesten
Sinne  der  Volkswohlfahrt  dienenden  Serumtherapie  und
Chemotherapie  einen  sicheren  fabrikatorischen  Boden
zu  schaffen.
So  entstand  in  den  Höchster  Farbwerken  unter
der  Leitung  von  Kochs  Mitarbeiter  Libbertz  ein  neuartiger ­
  Betrieb,  dem  als  Rohmaterial  Diphtheriebazillen
und  dem  bakteriologische  Verfahren  zur  Fabrikation
eines  Antitoxins  dienen,  das  nicht  in  chemischen  Retorten, ­
  sondern  im  Körper  des  Pferdes  erzeugt  wird.
Die  Betriebe  bestehen  daher  aus  Pferdeställen  und
bakteriologischen  und  chemischen  Laboratorien.  Das
1892  von  v.  Behring  entdeckte  Heilserum,  dessen
sichere  Wirkung  allgemein  anerkannt  ist,  hat  auf  diesem
Gebiete  den  grössten  Erfolg  gehabt.  Dem  Diphtherieserum ­
  folgte  das  Tetanusantitoxin  und  eine  ganze  Reihe
anderer  Stoffwechselpräparate  zur  Bekämpfung  von
Menschen-  und  Tierkrankheiten.  In  Höchst  werden
gegenwärtig  36  verschiedene  Produkte  bakteriologischer
Art  hergestellt.’)

*)  Farbwerke  vorm.  Meister  Lucius  &  Brüning,  Jubiläumsschrift, ­
  Höchst  a.  M.  1913.

Serumtherapie ­


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