Ethischer Charakter der Tat.
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Geschlecht umgeht oder ein völlig Geschlechtsloser außer
jeder geschlechtlichen Berührung bleibt, oder wenn jemand ein
üppiges Mahl verschmäht, weil er seekrank ist. Hier aber fehlt
es dem Menschen an einer gewissen Seite des menschlichen Seins:
er entbehrt nach dieser Richtung hin die Vorzüge wie die Fehler;
er kann sich in dieser Richtung weder tugendhaft noch lasterhaft
gebärden. Noch weniger kann etwas positiv sittlich sein, wenn
der Mensch in das entgegengesetzte Laster verfällt: wir werden
den Verschwender nicht deshalb loben, weil er nicht geizig
ist: Verschwendung und Geiz sind zwei Laster, die Dante in die—
selbe Stufe des Purgatorio versetzt (Canto XXII):
In einem Bette fließt gezweite Flut:
Die beiden Seiten zeigt des Lasters Schalten,
Verschwendung, Geiz — sie sind von einer Brut.
8 17.
Keiner Erwiderung bedarf die Annahme, daß, sofern man
einen freien Willen annimmt, die Brücke zwischen der Per—
sönlichkeit und dem Handeln abgeschnitten sei. Die Persön⸗
lichkeit handelt eben gerade kraft ihres freien Willens und betätigt
eben gerade durch die Wahl die Macht ihres Seins. Was nach
der Richtung geltend gemacht wird, kann unbeantwortet bleiben.
Es genügt, auf die Worte Lassons, Kausalität, in den philo—
sophischen Aufsätzen (zum 60jährigen Bestehen der Berliner
Philos. Gesellsch) S. 174, zu verweisen: „Freiheit und Depen⸗
denz schließen sich nicht aus und bilden keinen Gegensatz. Nicht
bloß der Zwang oder die Bestimmung durch Außeres ist wider
die Freiheit, sondern auch die bestimmungslose Leerheit des Innern
und die zusammenhangslose Willkür heben die Freiheit auf. Kon—
krete Freiheit ist diejenige Dependenz, wo die sinnvolle Betätigung
als gewollte Äußerung aus dem Grunde der sich erhaltenden
dentischen Persönlichkeit heraus, dem Charakter in der weiteren
Bedeutung des Wortes, sich ergibt. Das Freie ist in diesem
Sinne das, was mit ausdrücklichem Wollen aus der Innerlichkeit
hervorgeht, sich tätig selbst begründend, wenn auch auf Grund der
äußeren Anregung, und das Motiv ist frei, sofern es durch die
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im Zusammenhang des innern Lebens gesetzt ist.“