Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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Stellung  von  Stabeisen,  Bandeisen,  Draht  oder  Bleche  verlegt  haben,  so
haben  wir  es  mit  einer  horizontalen  Kombination  zu  tun,  die  dem  Stahlwerk ­
  eine  Vermannigfaltigung  seiner  Erzeugung  ermöglicht.
Schließen  sich  zwei  Unternehmungen  zusammen,  so  sind  meist  auf
beiden  Seiten  ganz  verschiedene  Gründe  maßgebend  und  unter  diesen
spielt  der  Wunsch  eine  wesentliche  Rolle,  die  nachteiligen  Folgen  der  Konjunkturschwankungen ­
  zu  vermeiden.  Für  die  Rohstoffproduzenten,  z.  B.
für  die  Kohlenzechen,  ist  es  von  größter  Wichtigkeit,  in  den  Jahren  des
Niederganges  Anschluß  an  einen  Weiterverarbeiter  mit  großem  Bedarf  oder
an  eine  mächtige  Händlerfirma  zu  haben.  Die  Kohlenzeche  kann  dann
einen  mehr  oder  minder  großen  Teil  ihrer  Förderung  mit  Sicherheit  unterbringen ­
  und  ist  nur  mit  dem  Rest  auf  den  Markt  angewiesen;  sie  ist  dadurch ­
  weit  eher  in  der  Lage,  ihre  volle  Leistungsfähigkeit  auszunutzen,  im
Wettkampf  günstiger  abzuschneiden,  als  die  reinen  Zechen.  Betrachtet
man  denselben  Vorgang  von  der  anderen  Seite,  z.  B.  von  der  eines  Hüttenwerkes, ­
  das  sich  eine  Kohlenzeche  anzugliedern  wünscht,  so  sind  es  in
erster  Linie  die  Folgen  der  Hochkonjunktur,  die  es  zu  beseitigen  strebt.
In  der  Hochkonjunktur  steigen  die  Preise  der  Rohstoffe  oft  rapide  an;  ohne
daß  immer  die  Fertigwaren  im  gleichen  Verhältnis  zu  folgen  vermögen,
oder,  was  noch  schlimmer  ist,  es  herrscht  ein  solcher  Mangel  an  Rohstoffen,
daß  man  sich  das  zur  Aufrechterhaltung  des  vollen  Betriebes  notwendige
Material  nicht  beschaffen  kann.  Schließt  das  Hüttenwerk,  um  sicher  zu
gehen,  einen  langfristigen  Lieferungsvertrag,  dann  kann  es  bei  einem  plötzlichen ­
  Konjunkturwechsel  in  eine  nicht  minder  unangenehme  Verlegenheit
geraten:  es  hat  für  die  Vertragsdauer  mit  hohen  Rohstoffspreisen  zu  rechnen, ­
  während  alle  Warenpreise  sinken  und  im  freien  Markt  Rostoffe  zu
weit  niedrigeren  Preisen  zu  haben  sind.  Der  Anschluß  einer  Kohlenzeche
gibt  die  Sicherheit  stets  den  Bedarf  an  Kohlen  in  der  geeigneten  Qualität
zu  decken,  und  zwar  zu  Beschaffungskosten,  die  sich  weit  gleichmäßiger
bewegen  wie  die  Marktpreise,  da  sie  in  der  Hauptsache  nur  mit  den  Löhnen
und  mit  der  größeren  oder  geringeren  Möglichkeit,  die  Zechenanlagen  auszunutzen, ­
  variieren.  Die  beiden  Kräfte  wirken  aber  in  entgegengesetzter
Richtung.  Steigen  in  der  Hochkonjunktur  die  Löhne,  so  ermöglicht  die
stärkere  Förderung  ein  Sinken  der  übrigen  Produktionskosten  und  sinken
in  der  Depressionszeit  die  Löhne,  so  heben  sich  infolge  der  notwendigen
Fördereinschränkungen  die  übrigen  Kosten.  Für  das  Hüttenwerk  ist  es
wenigstens  für  die  Jahre  der  Hausse  von  größtem  Wert  mit  gleichmäßigeren
Gestehungskosten  der  Rohstoffe  rechnen  zu  können.  In  der  Zeit  der  Baisse
ist  der  Vorteil  gering,  ja  er  kann  sich  in  das  Gegenteil  verwandeln,  wenn
auf  dem  Markt  Kohlen  unter  den  Selbstkosten  zu  haben  sind.
Findet  eine  Fusion  zwischen  einem  Hochofenwerk  und  einem  Stahl-
            
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