Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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werk  statt,  so  liegen  die  gleichen  Verhältnisse  vor.  Das  Hochofenwerk
sichert  sich  in  schlechten  Wirtschaftsjahren  den  Absatz  seines  Roheisens.
Das  Stahlwerk  in  den  güten  Wirtschaftsjahren  den  Bezug  des  Roheisens.
Beide  können  dadurch  ihre  Anlagen  vollkommener  ausnutzen,  mit
niedrigeren  Kosten  arbeiten.  Das  Hochofen  werk  kann  also  im  scharfen
Wettkampf  der  Baissezeit  mit  den  Roheisenmengen,  die  das  Stahlwerk
nicht  verbraucht,  seine  reinen  Konkurrenten  unterbieten,  während  das
Stahlwerk  in  der  Zeit  der  anziehenden  Preise  seinen  Gegnern,  die  nicht  den
gleichen  Vorteil  besitzen,  überlegen  ist.
Je  weiter  die  vertikale  Kombination  ausgebaut  ist,  desto.günstigere
Chancen  besitzt  das  Unternehmen  auf  der  letzten  Stufe  der  Erzeugung
den  reinen  Werken  gegenüber.  Das  kombinierte  Unternehmen  kann  seine
Selbstkosten  ganz  anders  einschätzen.  Nehmen  wir  ein  großes  Stahlwerk,
das  eigene  Kohlen  und  Erzgruben,  Hochöfen,  Stahl-  und  Walzanlagen  besitzt. ­
  Nehmen  wir  weiter  an,  die  Selbstkosten  zur  Förderung  der  Kohlen
und  Erze  betragen  a-  und  b-Geldeinheiten,  die  Kosten,  um  Erze  in  Roheisen
zu  verwandeln,  c-Geldeinheiten,  der  Aufwand  zur  Gewinnung  von  Rohstahl ­
  aus  Roheisen  belaufe  sich  auf  d-Geldeinheiten  und  die  Herstellung
der  Blöcke  aus  Rohstahl  koste  e-,  das  Auswalzen  der  Blöcke,  des  Halbzeugs,
zu  Stabeisen  f-Geldeinheiten.  Werden  nun  auf  jeder  Stufe  der  Erzeugung
die  Waren  der  reinen  Werke  auf  dem  offenen  Markt  mit  einem  Gewinnaufschlag ­
  von  einer  Geldeinheit  verkauft,  dann  stellen  sich  die  Selbstkosten
für  ein  reines  Stabeisenwalzwerk,  das  Blöcke  kauft  und  auswaizt,  auf
(a  -f  i)  -f-  (b+i)  +  (c  +  i)  +  (d  +  i)  +  (e  +  i)  +  f-  Sinkt  der  Stabeisenpreis ­
  unter  diesen  Satz,  dann  arbeitet  das  Stabeisenwalzwerk  mit  Verlust.
Die  Selbstkosten  des  großen  kombinierten  Stahlwerks  stellen  sich  dagegen
auf  a  +  b  +  c  +  d  +  e  +  f.  Der  Preis  kann  also  viel  tiefer  herab  gehen,
ehe  er  die  Selbstkosten  unterschreitet.  Selbstverständlich  könnte  das  kombinierte ­
  Stahlwerk  seine  ganze  Erzeugung  nicht  zu  diesem  Selbstkostenpreis ­
  losschlagen.  Verkauf  zu  den  Selbstkosten  bedeutet  für  ein  reines
Walzwerk  dieDividendenlosigkeit  des  verhältnismäßig'  kleinen  Anlage-  und
Betriebskapitals.  Müßte  das  kombinierte  Stahlwerk  seine  ganze  Produktion ­
  zu  den  Selbstkosten  verkaufen,  dann  wäre  das  gesamte  große  in  den
Zechen,  Hochöfen,  Stahl-  und  Walzwerksanlagen  arbeitende  Kapital  gezwungen, ­
  auf  einen  Ertrag  zu  verzichten.  Immerhin  kann  das  kombinierte
Stahlwerk  mit  einem  kleinen  Teile  seiner  Erzeugung  die  reinen  Walzwerke
unterbieten,  es  kann  auf  dem  Weltmarkt  mit  dem  Preise  bis  unter  seine
Selbstkosten  herabgehen  und  doch  mit  einem  erhöhten  Gesamtgewinn  abschließen, ­
  wenn  die  erlangten  Aufträge  nur  groß  genug  sind,  um  durch  vollkommenere ­
  Ausnutzung  der  Gesamtanlage  die  Kosten  soweit  herabzudrücken, ­
  daß  aus  dem  übrigen  Verkauf  ein  erhöhter  Gewinn  herausspringt.
            
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