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werden, noch nicht ausgenutzt; die Angliederung der Hochöfen ermöglicht
noch weitere Ersparnisse an Heizmaterial. Dem Hochofen entströmen
brennbare Gase, die man früher unbenutzt entweichen ließ und die in
mächtigen Flammengarben aus der Gicht emporschlugen. Dann ging man
dazu über, diese Gase abzufangen und in den sogenannten Winderhitzern
zu verbrennen. Durch die Winderhitzer jagt man den Wind, der
in den Hochofen geblasen wird. Die heißen Winde mit der nötigen Stärke
in den Hochofen getrieben, erhöhen dessen Leistungsfähigkeit. Der Ofen
liefert aber ein größeres Quantum Gase, als zu diesem Zweck nötig ist.
Den Überschuß verbrannte man unter Kesseln und die erzeugte Dampfkraft
überstieg wiederum den Bedarf zum Antrieb der Gebläsemaschine
für den Hochofen, so daß auch die Maschinen des Stahlwerkes zum Teil
noch die nötige Triebkraft erlangten. Heute verpufft man die Gichtgase
mit viel größerem Nutzen in Gasexplosionsmaschinen und die Kraft reicht
aus, die gesamte Maschinerie des großen kombinierten Stahlwerkes zu
treiben. Also auch auf diesem Wege wird ein erheblicher Aufwand an
Brennstoffen, die man bisher zur Erzeugung der nötigen Dampfkraft bedurfte,
erspart. In ähnlicher Weise lassen sich auch die in den Kokereien
gewonnenen Gase verwerten 1 ).
Durch das innigere technische Ineinandergreifen der schon örtlich
vereinigten Hochofen-, Stahlwerks- und Walzwerksanlagen, zu denen zuweilen
sich noch die Kohlenzechen und Erzgruben gesellen, werden auch
manche Verbesserungen ermöglicht, die den Transport der Materialien und
der Halbfabrikate verbilligen. Vor allem aber werden die Frachtkosten
vollständig erspart. i) 2 )
Trofesdörn' diese produktionstechnischen und verkehrstechnischen
Vorteile den Nutzen der Kombination in der Eisenindustrie wesentlich erhöhen,
vermögen sich nur dort vollständig durchgeführte vertikale Kombinationen
durchzusetzen und können sie nur dort auf die Dauer die
reinen Werke im Wettkampf besiegen, wo durch Konkurrenzregulierung
oder durch Zölle verhindert wird, daß die Zwischenprodukte zeitweise
zu billigeren Preisen den weiterverarbeitenden reinen Werken angeboten
werden, als sie die kombinierten Stahlwerke selbst herzustellen vermögen.
Vogelstein berichtet uns, daß in Schottland die Kombination in der Eisenindustrie
noch nicht den Grad erreicht habe wie bei uns in Deutschland.
i) Angabe über die Ersparnisse, die jene technischen Verbesserungen ermöglichen,
siehe in meiner Schrift: Konzentration in der Eisenindustrie und die Lage der reinen
Walzwerke 1906.
“) Von den reinen Walzwerken wurden auf den kontradiktorischen Verhandlungen
die Frachtkosten für den Bezug des Halbzeugs auf ein bis zwei Mark pro Tonne
Halbzeug angegeben.