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stehenden Produktionsstätten, sondern zu ihrer Vermehrung. Mit der
Macht der kombinierten Unternehmungen wächst zugleich die Größe des
Angebots: eine doppelte Verschärfung des Wettkampfs ist die Folge.
In keinem Industriezweig vermittelt die Kombination solche technische
Vorteile wie in der Eisenindustrie. In großen Zügen seien sie
hier geschildert. Früher standen selbständig neben einander Hochöfen, Stahlwerke
und Walzwerke. Das im Hochofen gewonnene Roheisen wurde erkaltet
den Stahlwerken zugeführt, dort von neuem eingeschmolzen und in
Rohstahl verwandelt. Die erkalteten Rohstahlblöcke wurden von neuem
auf Schweißtemperatur erhitzt und zum Teil zu schweren Profilen, Schienen,
Trägern, Schwellen, zum Teil zu Halbzeug ausgewalzt. Das an die Walzwerke
verkaufte Halbzeug wurde wiederum in Schweißöfen erhitzt, ehe es
in den verschiedenen Walzstraßen zu Fertigwaren ausgewalzt werden
konnte. Sehr bald fanden die Stahlwerke ein Verfahren, die Hitze des
flüssigen Rohstahls auszunutzen, ohne neuen Aufwand von Brennstoffen
die schweren Walzprodukte herzustellen. Die Trennung von Hochofen,
Stahlwerk und Walzwerk hatte aber noch immer eine dreimalige Erhitzung
des Rohstoffes zur Folge. Das Ziel mußte sein, auch diesen dreifachen
Brennstoffaufwand zu sparen. Liegen die drei Werke örtlich nahe beieinander
und stehem sie unter einheitlicher Leitung, dann kann die im Hochofen
erzeugte Hitze ausgenutzt werden. Das flüssige Roheisen wird dem
Stahlwerk zugeführt und hier ohne nochmalige Erhitzung in denBessemer-,
Thomas, oder Martinanlagen in Flußstahl verwandelt und in große bis zu
drei Tonnen fassende Formen gegossen. Diese Blöcke läßt man — damit
sich ihre Hitze im Innern wie an den Außenseiten gleichmäßig abkühlt —
in unterirdischen Ausgleichsgruben bis zur Walztemperatur erkalten. Haben
sie diese Temperatur erreicht, so werden sie auf der sogenannten Blockstraße
auf geringere Dimensionen herabgewalzt und zwar zu Blöcken,
wenn schwere Profile, zu Brammen, wenn Grobbleche hergestellt werden
sollen. Die Blöcke und Brammen können sofort, ohne jeden Aufwand von
Brennstoff zu Fertigwaren ausgewalzt werden, also zu Schienen, Trägern,
Schwellen einerseits, zu Grobblechen andererseits. Zum Teil werden die
Blöcke aber zu Halbzeug für feinere Sorten, zu Knüppel (für leichtere Stabeisenprofile)
und Platinen (für Feinbleche) herabgewalzt. Dieses Halbzeug
hat nicht mehr die Temperatur, um daraus sofort Fertigwaren hersteilen
zu können. Während nun die reinen Walzwerke das völlig erkaltete
Material auf die Walztemperatur erwärmen müssen, genügt im Stahlwerk
ein verhältnismäßig geringes Nachwärmen des noch heißen Halbzeugs, um
es zu Fertigwaren auszuwalzen. Die im Hochofen gewonnene Hitze reicht
also fast aus, auch die feineren Walzprodukte herzustellen.
Damit ist aber die Kraft der Brennstoffe, die den Hochöfen zugeführt