Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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reine  Hochöfen,  reine  Blechwalzwerke,  reine  Bandeisen  oder  Stabeisenwalzwerke. ­
  Wo  solche  Verhältnisse  vorliegen,  wird  die  Aufgabe,  die  Sonderinteressen ­
  und  die  gemeinsamen  Interessen  zur  Zufriedenheit  aller  gegeneinander ­
  abzuwiegen,  schwer  zu  lösen  sein.
Haftet  das  Kartell  an  einem  bestimmten  Artikel,  so  wird  dieser  sich
um  so  mehr  als  kartellfähig  erweisen,  je  weniger  individuelle  Eigenschaften
•er  besitzt,  je  leichter  sich  die  Produkte  der  verschiedenen  Unternehmungen
gegenseitig  vertreten  können.  Demnach  kann  auch  in  jenem  Produktionszweige ­
  die  Kartellierung  am  leichtesten  erfolgen,  in  denen  die  Konkurrenz
am  schnellsten  an  wächst,  sich  das  Gesetz  der  Massenproduktion  am  wirksamsten ­
  erweist.  Die  untersten  Stufen  der  Erzeugung  haben,  wie  wir
sahen,  infolge  der  ausgedehnten  Verwendung  ganz  oder  halb  automatischer
Maschinen  unter  der  sprunghaften  Ausweitung  der  Erzeugung  am  schwersten ­
  zu  leiden;  sie  erweisen  sich  daher  auch  besonders  zur  Kartellbildung
geeignet,  da  ihre  Erzeugnisse  der  Forderung  der  Vertretbarkeit  am  vollkommensten ­
  genügen.  Dagegen  haben  die  Industriezweige  wie  z.  B.  die
Maschinenindustrie,  deren  Produkte  große  individuelle  Unterschiede  besitzen, ­
  die  demzufolge  auch  nicht  unter  einer  so  sprunghaften  Ausdehnung
der  Erzeugung  zu  leiden  haben,  mit  außerordentlichen  Hindernissen  der
Kartellierung  zu  rechnen.  Man  hilft  sich  in  solchen  Fällen,  wie  auch  überall
dort,  wo  die  Zahl  der  Warensorten,  die  von  den  einzelnen  Unternehmungen
hergestellt  wird,  groß  ist,  vielfach  dadurch,  daß  man  aus  der  Menge  der
Produkte  gewisse  Typen  heraussucht,  die  einigermaßen  den  Anforderungen
entsprechen,  um  als  Objekt  eines  Kartells  zu  dienen.  Auf  diesem  Wege
läßt  sich  wenigstens  teilweise  der  Konkurrenzkampf  mäßigen.
Ganz  erhebliche  Schwierigkeiten  hat  die  Textilindustrie  zu  überwinden. ­
  Hier  ist  das  Bedürfnis  nach  Konkurrenzregulierung  besonders
groß,  denn  es  wird  der  Druck  der  allgemeinen  Überproduktion  und  der
großen  Wirtschaftskonjunkturen  noch  erhöht  durch  den  steten  Modewechsel ­
  und  durch  den  Ausfall  der  Rohstoffernten.  Aber  gerade  in  diesen
Industrien  bildet  die  Mannigfaltigkeit  der  Produkte  und  die  weitgehende
Spezialisation  unter  den  Werken,  aus  der  sich  wiederum  eine  außerordentliche ­
  Differenzierung  der  Absatzverhältnisse  ergibt,  auf  den  ersten  Blick
ein  unüberwindliches  Hindernis  der  Kartellierung.  Kartelle,  die  sich  auf
einen  oder  einige  verwandte  Artikel  stützen  wollten,  sind  nicht  lebensfähig.
Es  müssen  also  umfassendere  Verbände  gebildet  werden.  Dieses  Ziel  ist,
wie  später  gezeigt  werden  soll,  trotz  der  mannigfachen  Schwierigkeiten
in  neuerer  Zeit  erreicht  worden.
Stehen  sich  annähernd  gleich  starke  und  gleichartige  Unternehmungen
gegenüber,  so  ist  eine  Verständigung  eher  zu  erreichen,  als  dort,  wo  erhebliche ­
  Unterschiede  in  der  Größe  und  der  Art  der  Unternehmungen  die
            
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