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Daß von anderen Krankheiten Blutarmut und Bleichsuch t,
speziell bei den Tabakarbeiterinnen, einen besonders breiten Raum
einnehmen, bestätigt nur, was in dieser Beziehung schon weiter
oben gesagt ist.
E. Die Organisation der Arbeiter.
Die Zigaretten-Handarbeiter und -Handarbeiterinnen gehören,
soweit organisiert, dem D eutschen Tabakarbeiter-Verband,
der ältesten gewerkschaftlichen Organisation Deutschlands, an. Im
Jahre 1865 von F. G. Fritsche in Leipzig als „Unterstützungsverein
deutscher Tabakarbeiter“ begründet, wurde derselbe zur Zeit des
Sozialistengesetzes unterdrückt und dann erst wieder im Jahre 1882
als Reiseunterstützungsverein in Bremen zu neuem Dasein erweckt.
Im Laufe der Jahre hat dieser Verein, der seit 1899 oben genannten
Namen führt, sein Tätigkeitsgebiet immer mehr erweitert. Außer
Reise- gewährt er jetzt auch Arbeitlosen-, Streik-, Kranken- und
Wöchnerinnenunterstützung sowie Umzugs- und Sterbegeld. Zu
seinen Mitgliedern zählte er am Schlüsse des Jahres 1907 insgesamt
29922 und zwar 16075 männliche und 13847 weibliche Personen.
Unter diesen sind alle Arbeiterkategorien der Tabakindustrie
vertreten.
Von den Zigarettenarbeitern zählt der Tabakarbeiter-Verband
etwa 2500—3000 zu seinen Mitgliedern. Relativ am stärksten
ist hierbei die Organisation in Berlin, wo 50—60°/o aller
Zigarettenarbeiter und -arbeiterinnen dem Deutschen Tabakarbeiter-Verband
angehören ; am geringsten ist die Beteiligung am Verband
in Ost- und Westpreußen, wo nur wenige Prozent der gesamten
Arbeiterschaft zu seinen Mitgliedern zählen.
Eine besondere Vergangenheit hat der Verband in Dresden.
Haben doch daselbst im Jahre 1905 die Zigarettenarbeiter um das
Recht, zum Tabakarbeiter-Verband gehören zu dürfen, einen erbitterten
Kampf führen müssen, da ihnen von den Arbeitgebern
die Mitgliedschaft an demselben untersagt worden war. Dies kam
folgendermaßen:
In einer Zigarettenfabrik, die im Verlaufe der schon weiter
oben erwähnten 1905er Lohnbewegung ihren Arbeitern Zulagen
bewilligt hatte, war von den organisierten an die nicht organisierten
Arbeiter die Aufforderung gerichtet worden, dem Verband beizutreten,
da auch sie die Vorteile, die durch die Organisation errungen
seien (Lohnerhöhung), mitgenössen. Hierbei waren wohl auch einige