Full text: Die deutsche Zigarettenindustrie

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In Dresden, Berlin, Hamburg, Breslau und Königs 
berg ist ein besonders hoher Prozentsatz aller Betriebe an der 
Heimarbeitsausgabe beteiligt; dies ist darauf zurückzuführen, daß 
in den Großstädten die Mieten für Fabriklokalitäten besonders hoch 
zu sein pflegen und daß deshalb die Fabrikanten bei Beschäftigung 
von Heimarbeitern schon in dieser Hinsicht beträchtliche Ersparnisse 
erzielen. Ferner ist gerade in den Großstädten das Kontingent der 
Frauen sehr groß, die gern für geringes Entgelt eine Arbeit über 
nehmen, um die viele freie Zeit, die ihnen die Besorgung des Haus 
halts läßt, nutzbringend zu verwerten. 
Die meisten Heimarbeiter weist Dresden auf, wo die Bedin 
gungen für die Heimindustrie besonders günstig sind, da hier die 
Zigarettenfabrikation schon lange einheimisch und deshalb eine 
äußerst große Schar von Frauen vorhanden ist, die in ihrer Jugend 
das Zigarettenmachen als Fabrikarbeiterinnen erlernt haben und 
nun ihren alten Beruf auch noch nach ihrer Verheiratung zu Hause 
auszuüben suchen. 
Wie groß die Zahl der Heimarbeiter in Dresden sowohl als 
auch im übrigen Deutschland ist, konnte nicht ermittelt werden. 
Die vorliegenden diesbezüglichen Angaben • sind so wenig wahr 
scheinlich, daß auf ihre Wiedergabe verzichtet wird. 
Höhepunkt erreicht zu sein, denn im Steuerjahre 1908/9 ist die Zahl der Betriebe, 
die Heimarbeiter beschäftigen, schon wieder etwas gesunken. Es deutet dies darauf 
hin, dass die Fabrikanten bestrebt sind, an die Stelle der Heimarbeit die immer 
mehr vervollkommnete Maschinenarbeit zu setzen.
	        
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