Full text : Die deutsche Zigarettenindustrie

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noch  einen  Teilbetrag,  so  zahlt  er  diesen,  sobald  er  die  andere
Ware  verkauft  hat.  In  Ausnahmefällen  kommt  es  auch  vor,  daß
der  Bauer  mit  dem  Händler  den  Preis  bereits  festsetzt,  wenn  die
Tabakblätter  noch  im  Freien  getrocknet  werden  und  somit  noch
garnicht  auf  ihren  Wert  hin  genau  taxiert  werden  können.  Solche
Geschäfte  bilden  aber  die  Ausnahme,  weil  sie  äußerst  riskant  sind.
Die  Preise,  die  den  Bauern  von  den  Händlern  gezahlt  werden,
sind  äußerst  verschieden.  Je  nach  Menge  und  Qualität  des  geernteten
Tabaks  schwanken  schon  Tabake  gleicher  Herkunft  in  den  verschiedenen ­
  Jahren  ziemlich  stark  (bis  40  Prozent)  im  Preise.  Viel
erheblicher  sind  noch  die  Unterschiede  zwischen  den  Tabaken  der
verschiedenen  Gegenden.  Wir  finden  hier  dieselbe  Erscheinung
wie  beispielsweise  beim  Weine,  wo  auch  die  Produkte  bestimmter
Gegenden  infolge  ihrer  einzigartigen  Güte  ganz  erheblich  höher
bezahlt  werden,  als  die  Erzeugnisse  anderer  Landstriche.
Im  allgemeinen  werden  von  den  Händlern  an  die  Tabakbauern
für  die  billigsten  Tabake  pro  Doppelzentner  100  bis  110  Mark,  für
die  teuersten  dagegen  bis  über  1000  Mark  gezahlt.
Von  dem  angekauften  Tabakquantum  müssen  seitens  des
Händlers  zehn  Prozent  in  Natura  oder  Wert  an  die  türkische  Regie
abgeführt  werden;  außerdem  sind  von  ihm  auch  noch  verschiedene
andere  Abgaben  an  die  gleiche  Stelle  in  der  Höhe  von  3—4  Prozent
des  Tabakpreises  zu  entrichten.
Ist  der  Tabak  aus  dem  Schuppen  des  Bauers  in  das  Magazin
des  Tabakhändlers  gekommen,  so  wird  er  wieder  aus  den  Ballen
ausgepackt  und  nunmehr  vom  Händler  nochmals  sortiert  und  sorgfältiger ­
  klassifiziert,  als  es  vorher  vom  Bauer  geschehen  ist.  Als
das  Wertvollste  gilt  hierbei  das  gesunde,  schönfarbige  Kleinblatt,
weil  es  das  feinste  Aroma  besitzt;  diese  Blätter  kommen  unter  der
Bezeichnung  „Dubeks“  in  Kisten  zu  sechs  bis  sieben  kleinen
Bällchen  oder  in  Ballen,  deren  jeder  drei  bis  vier  Bällchen  enthält,
in  den  Handel.  Die  übrigen  Blätter  werden  je  nach  ihrer  Größe
(je  größer  das  Blatt,  desto  gehaltloser  ist  es!)  und  Farbe  zu  drei
weiteren  Sortierungen  vereinigt,  von  denen  die  erste  unter  dem
Namen  „Basma“,  die  zweite  unter  dem  Namen  „Sirapastal“
und  die  dritte  unter  dem  Namen  „Pastal“  gehandelt  wird.
Was  nun  noch  übrig  bleibt  —  minderwertige  lädierte  Blätter  —
wird,  wie  es  ist,  in  die  Form  von  Ballen  gepreßt  und  unter  der
Bezeichnung  „Refusen“  zu  ganz  billigen  Preisen  verkauft.  Die
Tabakblätter  erstgenannter  vier  Sortierungen  dagegen  werden,  mit
den  Blattpsitzen  nach  innen,  sorgfältig  übereinander  aufgeschichtet;
            
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